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Der US-Rentenmarkt hilft dem Dollar


11.01.21 16:21
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die psychologisch wichtige Marke von 1,22 USD pro EUR bleibt beim Wechselkurs zwischen der US-Währung und dem Euro im Blickfeld, so die Analysten der Nord LB.

Nachdem der Greenback zum Start des Jahres zwischenzeitlich unter signifikanten Druck geraten sei - die Marke von 1,23 USD pro EUR sei in den ersten Tagen von 2021 für eine Weile sogar deutlicher überboten worden - präsentiere sich die US-Währung nun also wieder stärker. Diese jüngste Bewegung sei vor allem eine Konsequenz der Renditeentwicklung in den USA; die Verzinsung von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren präsentiere sich mit um 1,10% am aktuellen Rand recht attraktiv für internationale Investoren, was dem Dollar relativ zum Euro natürlich helfen könne.

Aus der FED seien zudem recht optimistische Kommentare gekommen. So habe Richard Clarida jüngst betont, dass er auf eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft der Vereinigten Staaten setzen würde. In diesem Kontext habe der hochrangige US-Notenbanker vor allem auf die Impfstoffe gegen das neue Coronavirus verwiesen. Die zuletzt gemeldeten Wirtschaftsdaten aus den USA würden allerdings noch kein ganz klares Bild zeichnen. So seien im Berichtsmonat Dezember nach noch vorläufigen Angaben 140.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, was natürlich auf die Coronavirus-Krise zurückzuführen sei. Die Arbeitslosenquote habe aber immerhin bei 6,7% verharren können.

Zudem hätten beide ISM Einkaufsmanagerindices am aktuellen Rand angezogen. Der ISM PMI Manufacturing notiere inzwischen sogar wieder knapp oberhalb der Marke von 60 Zählern, was ein nachhaltiges Anziehen der ökonomischen Aktivität in der Industrie des Landes anzeige. Dieses Faktum sei als positive Überraschung zu werten. Das FX-Segment müsse nach der Stürmung des US-Kapitols zudem die politischen Turbulenzen in Washington genau im Auge behalten. Im Repräsentantenhaus werde der Prozess des Impeachments von Präsident Donald Trumps gestartet werden. Hier müssten die weiteren Ereignisse in den USA sicherlich beachtet werden. Es bestehe an dieser Stelle sicherlich die Gefahr, dass noch Nachrichten über die Ticker laufen würden, die den US-Dollar kurzfristig belasten könnten. (11.01.2021/alc/a/a)