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US-Rentenmarkt: Trend zu höheren Renditen setzt sich fort


15.02.18 11:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der US-Rentenmarkt knüpfte im Januar an seine Entwicklung aus den Vormonaten an und musste erneut Verluste hinnehmen, so die Experten von Union Investment.

Seit nunmehr fünf Monaten sei die Renditeentwicklung aufwärts gerichtet. Hätten Anfang September mit zehnjährigen Schatzanweisungen lediglich 2,04 Prozent erzielt werden können, seien es Ende Januar bereits mehr als 2,7 Prozent gewesen. Als belastend hätten sich im Januar gleich mehrere Komponenten erwiesen. Zunächst einmal habe der Trend zu guten Konjunkturdaten weiter angehalten. Der Aufschwung gehe daher trotz seiner Spätzyklik in die Verlängerung. Dies liege auch an der beschlossenen US-Steuerreform. Noch sei nicht ganz klar, wie groß der Effekt letztlich sein werde. Einige US-Unternehmen hätten aber bereits angekündigt, Gelder aus dem Ausland in die Staaten zurückzuholen und in den USA zu investieren. Hiervon sei in jedem Fall eine positive psychologische Wirkung ausgegangen. Mit diesen guten Vorgaben wachse auch die Angst vor höheren Inflationsdaten. Wohl auch, weil die US-Unternehmen Sonderzahlungen und -dividenden ausschütten möchten. Bislang seien die Sorgen jedoch völlig unbegründet, da sich am aktuellen Rand kein Anstieg der Teuerungsraten abzeichne.

Im Umfeld einer etwas geringeren Nachfrage nach Anleihen sei ein Gerücht aus China zur Unzeit gekommen. Demnach habe es geheißen, dass das Reich der Mitte überlegen würde, weniger US-Staatpapiere zu erwerben. China sei ein wichtiger Gläubiger der USA. Ein massiver Ankauf von US-Papieren von chinesischer Seite aus erfolge zwar seit Jahren nicht mehr, dennoch habe dies den US-Markt kurzzeitig unter Druck gebracht, auch wenn der Bericht umgehend dementiert worden sei. Vonseiten der US-Notenbank habe es diesmal wenig Neues gegeben. Die letzte Sitzung von Janet Yellen Ende Januar habe keine neuen Erkenntnisse gebracht.

Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Schatzanweisungen im Januar einen Verlust von 1,4 Prozent verbucht. Nach vorn gerichtet gehen die Experten von Union Investment aufgrund der guten konjunkturellen Lage und mit Blick auf die nun verabschiedete Steuerreform von leicht steigenden Renditen aus. Eine Konsolidierung erscheine nach dem starken Anstieg aber zunächst überfällig. (Ausgabe Januar 2018) (15.02.2018/alc/a/a)