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US-Rentenmarkt: Notenbank zieht Zinserhöhungen vor


13.07.18 11:36
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Gute Konjunkturdaten und die Furcht vor weiter steigenden Inflationsraten führten am US-Rentenmarkt zunächst zu Kursverlusten, so die Experten von Union Investment.

Die Renditemarke von drei Prozent für zehnjährige Schatzanweisungen habe sich jedoch als zu großer Widerstand erwiesen. Ab der Monatsmitte habe erneut die Politik das Marktgeschehen dominiert. US-Präsident Donald Trump habe seine Rhetorik verschärft und erneut Handelsbeschränkungen angekündigt. Im Mittelpunkt habe abermals das hohe Handelsdefizit gegenüber China gestanden. Trump habe der Volksrepublik mit weiteren Strafzöllen gedroht. Die Reaktion aus dem Reich der Mitte habe nicht lange auf sich warten lassen: China habe mit Gegenmaßnahmen gekontert.

Experten würden inzwischen ernsthafte Konsequenzen für die Weltwirtschaft befürchten, sollte sich die Spirale der gegenseitigen Zölle weiterdrehen. Auch wenn bislang, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, noch vergleichsweise wenig verabschiedet worden sei, so drücke doch die Befürchtung vor dem was noch kommen könnte auf die Stimmung der Anleger. Die als sicher geltenden US-Staatsanleihen seien daher in der zweiten Monatshälfte wieder gefragt gewesen. Für das Interesse ausländischer Anleger sei auch der festere US-Dollar verantwortlich gewesen.

Auf ihrer Sitzung Mitte Juni habe die US-Notenbank erwartungsgemäß ihren zweiten Zinsschritt im laufenden Jahr vorgenommen und den Leitzins auf 1,75 bis 2,00 Prozent erhöht. Nach vorn blickend hätten die Notenbanker eine weiterhin restriktivere Geldpolitik angekündigt. Überraschend dabei sei gewesen, dass bis Ende 2020 zwar in Summe nicht mehr Zinsschritte geplant seien, diese aber eher in diesem und im kommenden Jahr anstehen dürften. Einige Marktteilnehmer hätten sich deshalb in der Annahme gestärkt gesehen, dass der Aufschwung in den USA wohl in zwei Jahren ein Ende finden dürfte. Dazu passe auch, dass die Zinsstrukturkurve immer flacher werde. Eine inverse Kurve sei bislang oft ein Hinweis auf eine bevorstehende Schwächephase gewesen.

In Summe habe die Flucht in Qualität dafür gesorgt, dass die zuvor erlittenen Verluste aufgeholt worden seien. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index seien US-Schatzanweisung letztlich unverändert aus dem Handel gegangen. (Ausgabe Juni 2018) (13.07.2018/alc/a/a)