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US-Rentenmärkte: Rendite steigt über die Marke von drei Prozent


09.05.18 10:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Anfänglich tendierten US-Schatzanweisungen im April noch seitwärts, so die Experten von Union Investment.

Im weiteren Monatsverlauf hätten diese dann jedoch deutliche Verluste hinnehmen müssen. Dabei sei die Rendite für zehnjährige Anleihen erstmals seit 2014 wieder über die Marke von drei Prozent geklettert. Als belastend habe sich ein Mix unterschiedlicher Faktoren erwiesen. Neben den guten Konjunkturdaten dürften es vor allem größere Inflationssorgen gewesen sein.

Rohöl der Sorte WTI habe sich seit Jahresbeginn bereits um mehr als zehn Prozent verteuert. In den vergangenen Wochen hätten zudem die US-Sanktionen gegen Russland und die dadurch ausgelösten Sorgen bezüglich möglicher Versorgungsengpässe für Preissprünge bei Industriemetallen geführt. Hinzu komme ein enger US-Arbeitsmarkt, auf dem Fachkräfte stark gesucht seien. Auch steigende Löhne würden einen höheren Preisdruck erwarten lassen. Zuletzt habe die Inflationsrate bereits bei 2,4 Prozent und damit erneut oberhalb der Zielmarke der US-Notenbank gelegen.

Die US-Währungshüter dürften daher im Juni den nächsten Zinsschritt folgen lassen. Weitere Erhöhungen in diesem und im nächsten Jahr seien zudem schon kommuniziert. Aus diesem Grund falle der Renditeanstieg am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve auch besonders heftig aus. Das Ergebnis sei eine immer flachere US-Zinskurve. Der Unterschied zwischen zwei- und zehnjährigen US-Staatsanleihen liege nur noch bei rund 0,5 Prozent. Ein solch niedriges Niveau sei zuletzt im Herbst 2007 zu beobachten gewesen. Der Vergleich zu kurzfristigen Bundesanleihen falle sogar noch eklatanter aus. Aufgrund der noch immer negativen Verzinsung im Euroraum sei die Renditedifferenz so groß wie seit 30 Jahren nicht mehr.

Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Schatzanweisungen daher im April einen Verlust von 0,8 Prozent hinnehmen müssen. Nach vorn gerichtet würden die Experten aufgrund der guten konjunkturellen Lage und mit Blick auf die verabschiedete Steuerreform unverändert von leicht steigenden Renditen ausgehen. Erste Investoren dürften das aktuelle Niveau aber bereits wieder für Käufe nutzen, sodass kurzfristig mit einer Plateaubildung zu rechnen sei. (Ausgabe April 2018) (09.05.2018/alc/a/a)