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US-Rentenmärkte: Konjunktursorgen führen zu einer hohen Nachfrage nach US-Staatsanleihen


10.01.19 11:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Staatsanleihen handelten im Dezember deutlich im Plus, so die Experten von Union Investment.

Für Rückenwind hätten ausgeprägte Konjunktursorgen gesorgt. Wichtige Frühindikatoren seien abermals schwächer ausgefallen und hätten Anleger zunehmend pessimistischer in die Zukunft blicken lassen. In diesem Umfeld seien die als sicher geltenden US-Schatzanweisungen gefragt gewesen. Wichtige Impulse seien auch von der US-Notenbank ausgegangen. Nachdem die Währungshüter im November noch streng an ihrem Zinspfad hätten festhalten wollen, seien sie nun zurückgerudert. Das Ausbleiben einer Erklärung für den vorsichtigeren Grundton habe aber zunächst nur weiter verunsichert.

Kurz vor Weihnachten hätten die Notenbanker zudem abermals den Leitzins angehoben. Mit jedem Zinsschritt wachse die Gefahr, dass der neue Satz die wirtschaftliche Entwicklung noch weiter ausbremse. In den kommenden Monaten wolle die US-Notenbank ihre Entscheidung wieder stärker von den konjunkturellen Daten abhängig machen und habe auch eine Pause im Zinszyklus nicht ausgeschlossen. Diese Nachricht habe die Anleger aber nur kurz beruhigen können.

Durch die erneute Leitzinsanhebung seien die kurzfristigen Renditen weiter gestiegen. Am langen Ende der Zinsstrukturkurve seien die Renditen hingegen zurückgekommen. Teilweise sei die US-Zinskurve dadurch bereits invers geworden, etwa bei Vergleich drei- und fünfjähriger Papiere. Beim wichtigsten Vergleich zwischen Anleihen mit zwei und zehn Jahren Restlaufzeit sei die Differenz aber noch nicht negativ. Eine inverse Zinsstrukturkurve gelte als Vorbote einer möglichen Rezession und habe die Konjunktursorgen deshalb zusätzlich verstärkt. Kurz vor dem Jahreswechsel sei auch noch der Haushaltsstreit zwischen Republikanern und Demokraten eskaliert, der letztlich in einer Haushaltssperre gemündet sei. Hunderttausende Staatsbedienstete würden sich damit im unbezahlten Zwangsurlaub befinden.

Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index habe dies im Dezember einen Wertzuwachs von 2,3 Prozent bedeutet. Durch diesen starken Zuwachs zum Jahresende falle auch die Bilanz für das gesamte Jahr 2018 mit einem Plus von 0,8 Prozent letztlich positiv aus. (Ausgabe vom 08.01.2019) (10.01.2019/alc/a/a)