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US-Renditen deutlich gestiegen


07.01.21 09:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Amtszeit Präsident Trumps geht mit einem missglückten Staatsstreich unrühmlich in die Geschichtsbücher ein, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Trump-Anhänger hätten gestern das Kapitol gestürmt, wo die offizielle Auszählung des Electoral College das Wahlergebnis bestätigen sollte. In Georgia habe die lang erwartete Stichwahl um zwei Senatssitze eine knappe Entscheidung für die beiden demokratischen Herausforderer Warnock und Ossoff gebracht. Somit würden sowohl Demokraten als auch Republikaner jeweils 50 Sitze im Senat halten, wodurch Kamala Harris als zukünftige Vize-Präsidentin die entscheidende Stimme zukomme. Die Demokraten würden somit zumindest bis zu den Mid-Terms in zwei Jahren (November 2022) eine knappe Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongress halten. Damit werde die Umsetzung Präsident Bidens Agenda erleichtert, auch wenn aufgrund der knappen Machtverhältnisse Kompromisse weiterhin bedeutend bleiben würden (Filibuster im US-Senat).

Nichtdestotrotz habe sich dadurch die Wahrscheinlichkeit rascherer sowie umfangreicherer Corona-Hilfen im weiteren Jahresverlauf erhöht, was konjunkturelle Abwärtsrisiken banne und den Konjunkturoptimismus unterstütze. US-Renditen seien in Folge deutlich angestiegen. Die 10-jährige Benchmark-Rendite sei erstmals seit März wieder über die 1%-Marke geklettert. Der Renditeaufschlag von US-Renditen gegenüber Bund-Renditen (Transatlantik Spread) liege für 10-jähirge Laufzeiten nahe 160 Basispunkten. Neben US-Staatsanleihen habe als Folge der Stichwahl auch der US-Dollar an Wert verloren, wodurch sich die seit längerem zu beobachtende Schwäche des Greenback fortsetze. (07.01.2021/alc/a/a)