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US-Renditen mit Rückenwind


01.09.20 09:04
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Im Zuge der aktuellen Konjunkturerholung sind die US-Inflationserwartungen über die nächsten zehn Jahre von ihrem Jahrestief von 0,5 Prozent Mitte März auf über 1,8 Prozent gestiegen, so die Analysten von Postbank Research.

Die Ankündigung von FED-Chef Jerome Powell, zukünftig auch Inflationsraten über dem Zwei-Prozent-Ziel zu tolerieren, habe den Renditen vergangene Woche zusätzlichen Rückenwind gegeben. Da die Renditen zehnjähriger Anleihen durch die Käufe der FED niedrig gehalten würden, sei die Renditedifferenz zu dreißigjährigen US-Papieren - die historisch im Schnitt bei rund 0,3 Prozentpunkten liege - inzwischen auf knapp 0,8 Prozentpunkte angestiegen.

Denn 30-jährige Staatsanleihen seien kaum von den FED-Käufen betroffen; ihre Rendite von aktuell 1,5 Prozent werde daher stärker durch die Konjunkturentwicklung beeinflusst. Zukünftig könnte der Einfluss der US-Notenbank abnehmen, da die Analysten nicht erwarten würden, dass sie ihre Anleihekäufe intensiviere. Deshalb ergebe sich auch bei zehnjährigen Papieren Potenzial für einen Renditeanstieg, wodurch sich die Renditedifferenz zu dreißigjährigen Papieren wieder ihrem historischen Wert annähern könnte. (01.09.2020/alc/a/a)