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US-Renditen (10J) notieren kaum höher als vor starkem Arbeitsmarktbericht


06.04.21 10:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Aus konjunktureller Sicht zeigen die USA aktuell wie es geht und geben einen Vorgeschmack auf das, was auch diesseits des Atlantiks bei entsprechendem Impffortschritt und damit einhergehenden Lockerungen möglich wäre, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

So habe zunächst der US-Arbeitsmarktbericht am vergangenen Freitag mit einem Stellenplus im März von 916 Tsd. die Markterwartungen übertreffen können. Für den Monat April zeichne sich ein abermals starker Arbeitsmarktbericht ab, da der in der zweiten März-Hälfte zu beobachtende Aktivitäts- und Mobilitätsanstieg im Bericht vom Freitag noch gar nicht enthalten sei. Erfreulich sei es gestern weitergegangen: Nach dem ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe habe gestern auch das Pendant für den Dienstleistungsbereich die Erwartungen klar übertreffen können. Befeuert von (regionalen) Lockerungen sei mit einem Indexstand von 63,7 der höchste Wert seit Umfragebeginn 1997 verzeichnet worden. Angesichts der Konjunkturdaten, die den Eindruck einer vorauseilenden US-Konjunkturbestätigen, sei die verhaltene Reaktion auf der Renditeseite doch etwas überraschend. So würden US-Renditen (10J) aktuell kaum höher notieren als vor dem starken Arbeitsmarktbericht vom Freitag.

In den kommenden Tagen stünden zunächst die noch fehlenden Dienstleistungs-PMIs großer Euroländer (morgen) auf dem Programm. Zwar dürften die Umfrageergebnisse für Spanien und Italien im März angestiegen sein, jedoch läge zwischen der amerikanischen und europäischen Dienstleistungsstimmung selbst dann noch immer mehr als ein Ozean. Zudem seien etwaige Anstiege vor dem Hintergrund der jüngsten abermaligen Lockdown-Verschärfungen in Europa mit Vorsicht zu genießen und dürften daher eher ein Zwischenhoch denn eine längere Schönwetterphase darstellen (anders als in den USA).

Gegen Ende der Woche richte sich der Fokus schließlich auf die anstehenden Industriedaten. Die Industrieproduktion im Februar (Freitag) dürfte in Deutschland und Frankreich gemäß Konsenserwartung (leicht) angestiegen sein. Damit sollte vom Industriesektor im gesamten ersten Quartal einmal mehr konjunktureller Rückenwind für die Gesamtwirtschaft ausgehen, auch wenn dieser insbesondere im Falle Deutschlands geringer ausfallen werde als im Schlussquartal des Vorjahres. So oder so stelle in Q1 ein starker Industriesektor aber abermals ein Gegengewicht zur fortgesetzten Dienstleistungsschwäche dar. (06.04.2021/alc/a/a)