US-Preisdruck bleibt moderat


11.09.19 10:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Während in der Eurozone bereits in dieser Woche die Zentralbankentscheidung ansteht und mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik zu rechnen ist (Bekanntgabe und Pressekonferenz am Donnerstag), folgt die Entscheidung der US-Notenbank erst in der kommenden Woche, so die Analysten der Helaba.

Zinssenkungserwartungen seien auch dort präsent und eine Absenkung des Leitzinsbandes um weitere 25 Basispunkte sei zu erwarten. Dieses Szenario sei marktseitig vollständig eskomptiert. Mit Blick auf die eingehenden Konjunkturdaten bleibe zu konstatieren, dass die Zinssenkungserwartungen nicht unisono gestützt würden. Zwar sei die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe inzwischen als getrübt zu bezeichnen, das Pendant der Dienstleistungsbereiche aber liege weiterhin klar im Expansionsbereich. Auch die Arbeitsmarktlage sei als solide einzustufen und die Verbraucherstimmung gebe unterschiedliche Signale.

So sei zwar das Michigan Sentiment rückläufig, der breiter aufgestellte Index des Conference Boards aber liege nach einem neuerlichen Anstieg auf weiterhin hohem Niveau. Vor diesem Hintergrund erscheine insbesondere der Blick auf die Preisentwicklungen relevant. Drohe Gegenwind für den von der FED eingeschlagenen Kurs? Kurzfristig nicht, und dies sollte sich mit den heute anstehenden Erzeugerpreisen verdeutlichen. Zum einen würden die gesunkenen Ölpreise dämpfend auf die Gesamtteuerung wirken, zum anderen bestehe importseitig trotz der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump kaum Preisdruck. Angesichts dessen dürften die Zinserwartungen nicht geschmälert werden.

In der Eurozone sei die Industrieproduktion Spaniens von Interesse, nachdem die drei großen Euro-Länder unterschiedliche Juli-Berichte geliefert hätten. Positives Überraschungspotenzial signalisiere das deutlich erholte Industrievertrauen. Pkw-Neuzulassungen und Produktionstrendindikator würden aber zu Vorsicht mahnen. (11.09.2019/alc/a/a)