US-Notenbanker geben sich zu weiteren Leitzinsanhebungen zurückhaltend


06.09.17 08:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Ganz spurlos gingen die jüngsten Aussagen aus Nordkorea sowie den USA dann doch nicht an den Kapitalmärkten vorbei, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Bereits im späteren US-Handel und auch heute Morgen würden die Investoren eine weitere Eskalation des Konflikts auf der koreanischen Halbinsel in Betracht ziehen. Allerdings sei man sich selbst in den USA nicht einig, ob zusätzliche Sanktionen verhängt werden sollten oder nicht. Im UN-Sicherheitsrat wären weitere Sanktionen sowieso nicht mehrheitsfähig, da sich sowohl China als auch Russland dagegen ausgesprochen hätten. Allerdings könne man derzeit auch nicht erkennen, wie sich insbesondere China darum bemühe, auf Nordkorea einzuwirken und genau das wäre letztlich notwendig, um den Konflikt zu entschärfen. Ob sich die Investoren an den permanenten Krisenherd in der Region gewöhnen würden, bleibe offen.

Zu beachten gewesen seien gestern und heute am frühen Morgen die Aussagen der US-Notenbanker. Sie hätten sich allesamt zurückhaltend hinsichtlich weiterer Leitzinsanhebungen gegeben. Unisono hätten sich die drei Notenbankvertreter über die schwache Preisdynamik gesorgt, wie es zu erwarten gewesen sei. Nichtsdestotrotz sollte man den nächsten Leitzinsschritt nicht erst für den Juni nächsten Jahres einpreisen. Das dürfte angesichts der konjunkturellen Dynamik in den USA deutlich zu spät sein. Der Dezember-Termin bleibe im Spiel. Dafür könnte es durchaus heute Argumente geben. Schließlich werde das Beige Book, also der Bericht über die wirtschaftliche Aktivität in den einzelnen FED-Distrikten, veröffentlicht.

Im Mittelpunkt des Interesses würden die Aussagen zum Konsumverhalten, Unternehmensinvestitionen, Arbeitsmarktsituation und Preisentwicklung stehen. Und hier sollte es, traue man den Stimmungsindikatoren, "eigentlich" positive Nachrichten geben. Auch zum Thema "Obamacare" und "Schuldenobergrenze" gebe es Neuigkeiten: Der Kongress sei aus der Sommerpause zurück und es gebe erste Anzeichen dafür, dass es bei einigen Fragen wie beispielsweise der Stabilisierung der Krankenversicherungsmarktes für Obamacare und auch der (temporären) Anhebung der Schuldenobergrenze Übereinkünfte zwischen Republikanern und Demokraten geben könnte. Dennoch würden die Anleger immer noch fürchten, dass es zum shut down der öffentlichen Verwaltung kommen könnte, was weiterhin an den Renditen der US-T-Bills abzulesen sei, die Anfang Oktober zur Refinanzierung anstünden.

Ansonsten dürften die Spekulationen über das Ergebnis der morgigen Tagung des EZB-Rats weiter gehen. Obwohl die neuen Schätzungen für Wachstum, Inflation und Arbeitsmarkt vorgestellt würden, dürfte es keine Neuigkeiten zum QE-Programm geben. Und heute Morgen seien noch die Auftragseingänge für die deutsche Industrie zu beachten. Die deutschen Unternehmen dürften im Juli kräftig Aufträge eingeheimst haben.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit Gewinnen in den Handelstag starten und sich dann zwischen 165,10 und 166,30 bewegen. Zu beachten sei, dass der Wechsel vom September- auf den Dezemberkontrakt in vollem Gange sei. Die Aufstockung der 2022er Obl werde problemlos verlaufen. Die Rendite der 10-hrigen US-Treasuries sollte zwischen 2,02% und 2,18% schwanken. (06.09.2017/alc/a/a)





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