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US-Notenbank übt sich noch in Zurückhaltung


07.09.21 11:34
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Wichtige konjunkturelle Frühindikatoren in den USA gaben zuletzt von hohem Niveau aus nach, so die Analysten von Postbank Research.

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei im August von 63,4 Punkten im Vormonat auf 61,2 Punkte gefallen. Im Dienstleistungssektor habe das Stimmungsbarometer sogar noch stärker nachgegeben, von 59,9 auf 55,2 Punkte.

Angesichts der vorangegangenen schnellen Erholung sei eine geringere Wachstumsdynamik in den USA kaum überraschend, gleichzeitig sei das Risiko von Rückschlägen wegen der stark gestiegenen Corona-Neuinfektionen gestiegen.

Die Inflation habe mit unverändert 5,4 Prozent im August auf einem hohen Niveau verharrt. Der Höhepunkt könnte allmählich erreicht sein, obgleich mit einem schnell sinkenden Preisdruck wegen anhaltender Liefer- und Kapazitätsengpässen sowie höherer Rohstoff- und Energiepreise kaum zu rechnen sei.

Äußerungen des FED-Gouverneurs auf dem Notenbank-Symposium in Jackson Hole würden nicht auf ein unmittelbar bevorstehendes Zurückfahren der Anleihekäufe (Tapering) in den USA hindeuten. Danach gehe die FED davon aus, dass der Inflationsanstieg nur temporär sei und die Erholung des Arbeitsmarktes noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde.

Trotzdem dürfte die Tapering-Diskussion wegen des hohen Inflationsdrucks in den USA anhalten. Die Renditen 10-jähriger US-Treasuries könnten auf Sicht von sechs Monaten daher von aktuell 1,32 (Stand: 06.09.2021) auf 2,25 Prozent ansteigen. (Ausgabe Zinsbulletin September 2021) (07.09.2021/alc/a/a)