Erweiterte Funktionen

US-Notenbank überschreitet Grenze


13.05.20 11:30
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Um Firmen während und nach der Corona-Pandemie zu unterstützen, ergreift die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve ungewöhnliche Maßnahmen: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte kauft sie jetzt Unternehmensanleihen, so die Experten von "FONDS professionell".

Erst sei gemutmaßt, dann angekündigt worden, nun tue sie es tatsächlich: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte investiere die US-amerikanische Zentralbank Federal Reserve in Unternehmensanleihen. Sie plane, zunächst Indexfonds zu kaufen, die Firmen-Bonds mit der Bonitätsstufe "Investment Grade" enthalten würden. Später wolle sie selbst und direkt ausgesuchte Unternehmensanleihen erwerben, auch sogenannte "Fallen Angels", die ihr "Investment Grade"-Rating durch die Krise verloren hätten, berichte die "Neue Züricher Zeitung" (NZZ). Die Maßnahmen habe die Zentralbank bereits im März im Rahmen eines großen Rettungspakets angekündigt.

Der Vermögensverwalter BlackRock verwalte das FED-Programm. Das US-Finanzministerium habe dem weltgrößten Asset Manager einen Kapitalstock von 75 Milliarden US-Dollar zugewiesen, den dieser mit dem Einsatz von Fremdkapital verzehnfachen dürfe, berichte die NZZ. Insgesamt stünden also 750 Milliarden US-Dollar für Unternehmensanleihekäufe zur Verfügung.

An den Bond-Märkten habe die Ankündigung des Kaufprogramms zunächst für gute Stimmung gesorgt, Anleger hätten deutlich beherzter zugegriffen. Nicht alle Investoren würden jedoch das Vorgehen der FED begrüßen. So kritisiere etwa der Hedgefond-Manager Mark Spitznagel das Programm gegenüber der NZZ - mit harschen Worten: Solche Rettungsaktionen seien "widerlich und erbärmlich". Spitznagel warne vor enormen Fehlanreizen. Scott Minerd, Chefstratege von Guggenheim Partners, mache das Paket der FED als "staatliche Sozialhilfe für Unternehmen" verächtlich. (13.05.2020/alc/a/a)