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US-Notenbank sieht niedrige Teuerung nur als temporär an


11.10.17 09:08
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In den USA hatten die Währungshüter im September beschlossen, ab Oktober 2017 fällige Anleihen aus den Kaufprogrammen von Dezember 2008 bis Oktober 2014 nicht mehr vollständig zu reinvestieren, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Demnach werde man zunächst auf die Wiederanlage von Staatsanleihen und MBS-Papieren im Umfang von monatlich maximal 6 Mrd. USD bzw. 4 Mrd. USD verzichten. Diese "Obergrenze" werde in vierteljährlichen Abständen jeweils um diese Summen aufgestockt, bis im Oktober 2018 die Volumina 30 Mrd. USD (Staatsanleihen) bzw. 20 Mrd. USD (MBS-Papiere) erreicht hätten. Diesen Fahrplan habe die FED bereits im Juni 2017 offengelegt, den Starttermin aber zuvor noch nicht benannt. Das Protokoll der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) vom 19./20. September werde Einzelheiten zu den Diskussionen rund um dieses Thema und die von den Währungshütern erhofften Wirkungen dieser geldpolitischen Maßnahme bereithalten.

Zudem dürfte sich der Fokus der Finanzmarktteilnehmer auf die Einschätzungen der Geldpolitiker bezüglich der Risiken für die Inflation richten. So habe FED-Chefin Janet Yellen auf der Pressekonferenz zur letzten Zinsentscheidung diesbezüglich betont, dass der trotz der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt geringe Preisdruck zunehmende Unsicherheiten hinsichtlich der bisherigen Risikoeinschätzung hervorbringe. Die oberste US-Währungshüterin sehe die Phase der niedrigen Teuerung aber nur als "vorübergehend" an und gehe nicht davon aus, dass der graduelle Normalisierungsprozess der Geldpolitik deshalb geändert werden müsste. Die Analysten würden an ihrer Einschätzung festhalten, wonach die FOMC-Mitglieder im Dezember mehrheitlich für eine Anhebung der FED Funds Rate um weitere 25 BP stimmen würden. (11.10.2017/alc/a/a)