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US-Notenbank nimmt kräftigen Schluck aus der Zinspulle


05.05.22 15:45
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) erhöht ihren Leitzins um 0,5 Prozentpunkte, der damit nun in der Spanne von 0,75 bis 1 Prozent liegt, so die Experten von "FONDS professionell".

Für die FED sei das ein drastischer Schritt: Einen solch kräftigen Anstieg habe es seit 22 Jahren nicht gegeben. Normalerweise hebe die US-Notenbank den Leitzins in Tippelschritten von 0,25 Prozentpunkten an.

Trotzdem habe die FED bereits eine weitere "rasche Straffung" ihrer Geldpolitik angekündigt, wie das "Manager Magazin" mit Bezug auf US-Notenbankchef Jerome Powell berichte. Bei kommenden Sitzungen des Zentralbankrats könnte wieder eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte anstehen. Der Leitzins könnte so bis Jahresende locker bei rund zwei Prozent liegen.

Die Teuerungsrate in den USA sei so hoch wie seit Jahrzehnten nicht. Im März seien die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,5 Prozent gestiegen. Angesichts dieser hohen Inflation habe die US-Notenbank unter großem Handlungsdruck gestanden. Den drastischen Anstieg begründe Notenbankchef Powell mit den Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und Corona-Lockdowns in China, die die ohnehin schon angeschlagenen Lieferketten noch weiter schwächen würden.

Zudem sei eine Erhöhung längst fällig gewesen, berichte die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ), da die US-Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen habe und die Arbeitslosenquote zuletzt bei niedrigen 3,6 Prozent gelegen habe. Auch die Löhne seien laut NZZ so stark gestiegen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sei größer als das Angebot, was die Preise weiter treibe. Es sei ein schwieriger Balanceakt, einerseits die Inflation in Schach zu halten und andererseits die Konjunktur nicht abzuwürgen. (05.05.2022/alc/a/a)