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US-Notenbank hält die Füße still


17.09.20 10:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank FED signalisierte gestern im Anschluss an seine Sitzung wie erwartet eine auf absehbare Zeit sehr lockere Zinspolitik, so Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden bei der Postbank.

Alle 17 Währungshüter des Rates hätten erklärt, dass sie damit rechnen würden, den Leitzins zumindest bis Ende 2021 nahe Null zu halten. 13 von ihnen hätten prognostiziert, dass der Leitzins sogar bis Ende 2023 dort bleiben werde. Obgleich die Währungshüter die Arbeitslosenquote per Ende 2023 wieder auf dem Niveau von Anfang 2020 erwarten würden, würden sie dennoch davon ausgehen, dass dann das Inflationsziel noch nicht erreicht sein werde. Die Märkte würden eine erste Zinserhöhung frühestens im Herbst 2024 einpreisen. Die US-Notenbank habe erneut betont, dass sie ähnlich wie Australien zukünftig ein durchschnittliches Inflationsziel von zwei Prozent anstrebe; außerdem wolle sie des Weiteren ihre Käufe von Anleihen "mindestens" im gegenwärtigen Umfang fortsetzen. Einige Marktbeobachter hätten hier vorsichtige Andeutungen zu einer möglichen zeitnahen Erhöhung der Anleihekäufe erwartet. Da diese ausgeblieben seien, habe der US-Dollar in einer ersten Reaktion moderat zugelegt, wohingegen die US-Leitindizes während der Pressekonferenz Jerome Powells zurückgesetzt hätten. (17.09.2020/alc/a/a)