US-Notenbank belässt Leitzins unverändert - Leitzinsanhebung in Großbritannien erwartet


02.11.17 10:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das BIP des Euroraums ist vorläufigen Angaben zufolge im 3. Quartal gegenüber der Vorperiode um 0,6% gewachsen, so die Analysten von Postbank Research.

Damit seien die Erwartungen leicht übertroffen worden. Zudem sei die Wachstumsrate des 2. Quartals von 0,6% auf 0,7% korrigiert worden. Die konjunkturelle Dynamik sei damit in der Summe spürbar höher als bislang vermutet.

Die EWU-Inflationsrate sei im Oktober der ersten Schätzung zufolge von 1,5% auf 1,4% gesunken. Verantwortlich sei ein deutlicher und unerwarteter Rückgang der Kerninflationsrate von 1,1% auf 0,9% gewesen, der wiederum aus einer ebenso überraschenden Abschwächung der Teuerung bei Dienstleistungen resultiert habe. Im nächsten Monat werde sich zeigen, ob es sich hierbei lediglich um einen Ausreißer nach unten gehandelt habe oder ob der leichte Aufwärtstrend bei der Kerninflation, der sich zuvor im Laufe dieses Jahres eingestellt habe, schon wieder vorüber sei.

Der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe der USA sei im Oktober von sehr hohen 60,8 auf 58,7 Punkte gefallen. Damit bewege sich der Indikator aber immer noch im hochexpansiven Bereich und weise damit auf eine Fortsetzung des robusten Wachstums im Schlussquartal 2017 hin.

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank habe gestern seinen Leitzins erwartungsgemäß unverändert belassen. Die Fed Funds Target Rate liege damit weiterhin bei 1,00-1,25%. Zugleich hätten die FOMC-Mitglieder der US-Wirtschaft aber ein anhaltend solides Wachstum bescheinigt. Die Analysten von Postbank Research würden deshalb unverändert davon ausgehen, dass die FED ihren Leitzins im Dezember um 25 Basispunkte anheben werde, auch wenn sie sich weiterhin unzufrieden mit der gedämpften Entwicklung der Inflation gezeigt habe.

Heute tage das geldpolitische Komitee (MPC) der Bank von England. Die Analysten von Postbank Research würden aufgrund der deutlich gestiegenen Inflationsrate von einer Anhebung des Basiszinses um 25 Basispunkte auf 0,50% ausgehen. Der britische Leitzins würde damit wieder auf das Niveau steigen, das er vor dem Brexit-Votum gehabt habe. Die Analysten von Postbank Research würden es aber für unwahrscheinlich halten, dass dies der Beginn einer Serie von Leitzinserhöhungen sein werde. Zunächst einmal sollte es sich um eine isolierte Maßnahme handeln, die in erster Linie der Stabilisierung des britischen Pfundes diene.

Die Bundesagentur für Arbeit gebe heute die Daten zum deutschen Arbeitsmarkt im Oktober bekannt. Die anhaltend robuste Konjunktur spreche klar für eine weiterhin positive Entwicklung. Nach dem ungewöhnlich kräftigen Rückgang der saisonbereinigten Zahl der Arbeitslosen um 22 Tsd. im September würden die Analysten von Postbank Research allerdings nur mit einem Abschmelzen der Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen um 5 Tsd. im Vormonatsvergleich rechnen. (02.11.2017/alc/a/a)