US-Leitzinsen könnten schneller als bisher erwartet steigen


06.02.18 09:00
Alte Leipziger Trust

Oberursel (www.anleihencheck.de) - Nicht nur in Europa, sondern auch in den USA ist ein Trend hin zu steigenden Renditen an den Bondmärkten zu beobachten, so die Experten der Alte Leipziger Trust.

Es gehe die Sorge um, dass die inflationären Tendenzen in den Vereinigten Staaten und in Europa aufgrund der sehr guten Konjunktur schneller anziehen könnten als in den letzten Wochen von den Marktteilnehmern noch erwartet. So würden einige Akteure nervös, doch für einen Abgesang der seit nun einigen Jahren andauernden Hausse an den Aktienmärkten sei es noch viel zu früh. Für die Investoren an den europäischen und amerikanischen Aktienmärkten gebe es nach wie vor keine wirkliche Alternative zu der Anlage in Aktien, zumal der Wirtschaftsmotor weiterhin auf Hochtouren laufe. Einen zu schnellen Renditeanstieg würden die internationalen Notenbanken deshalb voraussichtlich zu verhindern wissen.

Allerdings habe die amerikanische Notenbank (FED) die Zinssorgen an den internationalen Wertpapiermärkten befeuert. So habe sie in ihrer Ende Januar beendeten Zentralbankratssitzung - die letzte unter der Leitung von FED-Chefin Jannet Yellen - die Leitzinsen zwar konstant zwischen 1,25% und 1,5% belassen. Allerdings habe sie ihre Wortwahl in Bezug auf die Inflationserwartung angepasst. Eine Deutung dahingehend, dass die angestrebte Inflationszielrate von 2% innerhalb eines Jahres erreicht werden könnte, sei nun nicht mehr ausgeschlossen. Folgerichtig würden viele Analysten nun drei bis vier US-Leitzinsschritte noch in diesem Jahr erwarten. Die erste sei bereits für die unter neuer Leitung der FED - Jerome Powell übernehme den Stab von Janet Yellen - in der März-Sitzung fest eingeplant und damit ausgemachte Sache.

Der Trend hin zu steigenden Renditen belaste folgerichtig die Aktienmärkte. In Europa habe die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Anleihekäufe reduziert, d.h. die Intensität der expansiven Geldpolitik lasse nach. Eine Zinserhöhung oder gar der Beginn eines Zinserhöhungszyklus wie in den USA bereits für das laufende Jahr würden die Experten jedoch nicht erwarten. Deshalb würden Anleger auch 2018 nicht an der Beibehaltung oder einem Neuengagement bei Aktien(fonds)investments vorbeikommen. (Ausgabe Februar 2018) (06.02.2018/alc/a/a)