US-Konsumentenpreisdaten sollten die FED nicht von weiteren Leitzinserhöhungen abhalten


14.09.17 09:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Heute Morgen wurden bereits Daten zur chinesischen Wirtschaft veröffentlicht, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Einzelhandelsumsätze sowie die Daten zu Industrieproduktionen hätten die Erwartungen der Investoren nicht ganz erfüllen können. Ein Grund zur Unruhe sei das nicht. Die Daten würden ein robustes Wirtschaftswachstum signalisieren. Im weiteren Verlauf des Tages seien vor allem die US-Konsumentenpreisdaten von Interesse. Die Preisdynamik dürfte im August leicht zugenommen haben. Das Inflationsziel der US-Notenbank sei mit Blick auf die Kernrate immer noch in einiger Entfernung. Dennoch sollte das die FED nicht davon abhalten, im Dezember an der Zinsschraube zu drehen. Allerdings werde dem FOMC dann der immer stimmberechtigte Vizepräsident der FED nicht mehr angehören, sodass eine Stimme, die sich immer wieder für eine Straffung der Geldpolitik stark gemacht habe, fehlen werde.

Dass das Weiße Haus in der Lage (und Willens) sein werde, die zahlreichen unbesetzten Positionen im Board of Governors zügig zu besetzen, sei unwahrscheinlich. In anderer Hinsicht scheine bei der Trump-Regierung jedoch ein Umdenken stattzufinden. Gestern seien die Minderheitsführer aus Senat und Repräsentantenhaus erneut zu Gast bei dem US-Präsidenten gewesen. Und wie nach dem Überraschungscoup, sich auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze für drei Monaten zu einigen, scheinen die Gespräche fruchtbar gewesen zu sein, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Berichterstattung über die Ergebnisse des Treffens sei zwar unterschiedlich. Man könne jedoch den Eindruck gewinnen, dass der US-Präsident zur Durchsetzung seiner Agenda nun auch auf die Demokraten setze. Ob weitere konkrete Ergebnisse erzielbar seien, werde davon abhängen, in wie weit beide Seiten tatsächlich kompromissbereit seien. Mit Blick auf die Mid Term Election im November 2018 dürfte die Bereitschaft der Demokraten mit der Regierung zusammenzuarbeiten, so lange überschaubar sein, so lange es ihnen gelinge, die Schuld an einem politischen Stillstand bei den Republikanern abzuladen.

Neben den US-Preisdaten würden sicher die Aussagen der europäischen Notenbanker mit Interesse verfolgt werden. Sie würden jedoch ebenso wenig etwas Neues an Informationen liefern wie gestern der Chefvolkswirt der EZB. Wichtigstes Tagesereignis dürfte die geldpolitische Tagung der Bank of England sein. Eine Änderung der Geldpolitik werde es noch nicht geben. Die jüngsten Preisdaten dürften das geldpolitische Gremium jedoch unter Handlungsdruck setzen, auch wenn der Preisanstieg vor allem auf den Import von Inflation aufgrund des schwachen GBP zurückzuführen sei.

Zugleich müssten die britischen Notenbanker mit den Unwägbarkeiten aus dem Ausstieg aus der EU umgehen, zumal sich bei den Verhandlungen zwischen UK und der EU keine Fortschritte abzeichnen würden, wie es künftig zwischen den beiden Wirtschaftsregionen weiter gehen solle. Entsprechend könnte vorzeitige Base Rate-Anhebungen zahlreiche negative Nebeneffekte haben. Das Abstimmungsergebnis werde deutlich machen, wie nah die BoE einem Zinsschritt stehe.

Immerhin gebe es heute keine Refinanzierungsaktivität des US-Treasuries, das am Abend für schlechte Stimmung sorgen könnte. Und die Aufstockungen aus Irland würden problemlos zu verkraften sein. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte mit leichten Gewinnen in den Tag starten und sich zwischen 161,05 und 162,40 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,10 und 2,25% schwanken. (14.09.2017/alc/a/a)






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