US-Inflationserwartungen werden nicht weiter angeheizt


12.03.18 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der US-Arbeitsmarkt befindet sich in der erwartet robusten Verfassung, Inflationserwartungen werden jedoch nicht weiter angeheizt, berichten die Analysten der Helaba.

Die durchschnittlichen Stundenlöhne seien im Februar nur um 0,1% gestiegen. Die Jahresrate habe etwas niedriger bei 2,6% gelegen und signalisiere zumindest kurzfristig keinen zunehmenden Lohndruck. Die deutlich höhere Zahl der offenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (313K) und die Arbeitslosenquote (4,1%) würden jedoch nichts an der Einschätzung einer forcierten Gangart bei der geldpolitischen Straffung durch die FED ändern.

An den Aktienbörsen in Übersee hätten die positiven Konjunkturaussichten für gute Laune gesorgt. Mit zunehmendem Risikoappetit seien die Renditen in den USA weiter angestiegen. Hierzulande dämpfte der drohende Handelskrieg die Euphorie, so die Analysten der Helaba. Präsident Trump habe seine Drohungen gegen deutsche Autobauer verschärft. Aktien wie Dividendentitel seien nicht richtig von der Stelle gekommen.

Bundesanleihen hätten nicht an die freundliche Entwicklung des Vortages anknüpfen können. Druck sei allerdings bei ausgesprochen dünnen Umsätzen auch nicht aufgekommen. Nur ultralange Laufzeiten hätten sich nicht ganz so gut gehalten. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 65 BP ausgeweitet. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,89%) und Belgien (0,92%) hätten gegen Bunds knapp einen BP verloren.

Anleihen der EU-Peripherie hätten zum Wochenschluss nach der Aufholjagd eine Verschnaufpause eingelegt. Nur Portugiesen seien etwas stärker ins Hintertreffen geraten. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (2,00%), spanischer (1,42%) und portugiesischer Bonds (1,84%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen nur unwesentlich verändert.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen nach dem doch sehr robusten Arbeitsmarktbericht weiter gestiegen. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, wann die Arbeitslosenquote unter die Marke von 4% rutsche. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe sich auf 51 BP ausgeweitet. In Fernost würden US-Treasuries infolge freundlicher Vorgaben von den asiatischen Aktienbörsen weiter an Boden verlieren.

Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- (157,06) und Bobl-Kontrakt (130,28) hätten 16 bzw. 3 Stellen verloren, der Schatz (111,82) sei einen Tick höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,65% gestiegen, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 121 BP ausgeweitet. 10-jährige US-Treasuries würden 3 BP höher bei 2,90% rentieren. Der Euro klettere auf 1,231 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 60,2 US-Dollar.

Bei Konjunktur- und Stimmungsindikatoren liege der Schwerpunkt in dieser Woche klar auf Veröffentlichungen aus den USA. Nach ruhigem Wochenauftakt stünden Verbraucherpreise(0,2%/2,2%; Kernrate 0,2%/1,8%), gefolgt von Erzeuger- und Importpreisen auf der Agenda. Einzelhandelsumsätze, Empire State-Index, Philly-FED-Index, Industrieproduktion und das Michigan Sentiment würden neben Informationen aus dem Bausektor das Spektrum abrunden. Preis- und Produktionszahlen der Eurozone würden dagegen kaum Überraschungspotenzial bieten.

Heute würden CDU, CSU und SPD den Koalitionsvertrag unterzeichnen, am Mittwoch werde die neue Regierung vereidigt.

Am Primärmarkt begebe Italien am Dienstag neue 7-jährige BTPs im Volumen von 3,5 bis 4 Mrd. Euro und stocke die im Oktober 2020, September 2033 sowie März 2047 fälligen Papiere um zusammen 3,75 bis 4,75 Mrd. Euro auf. Die Niederlande würden neue 10-jährige DSL (15.07.2028) im Volumen von 4 bis 6 Mrd. Euro anbieten. Portugal stocke 2028 und 2045 fällige Anleihen um zusammen 1,25 Mrd. Euro auf. Der Bund stocke zur Wochenmitte die 30-jährige Bundesanleihe um 1,5 Mrd. Euro auf, Spanien und Frankreich seien in der zweiten Wochenhälfte am Zug. Das amerikanische Schatzamt versteigere 3-, 10- und 30-jährige Anleihen im Volumen von 62 Mrd. US-Dollar.

Die BayernLB habe das Mandat für einen 7-jährigen Hypothekenpfandbrief im Volumen von 500 Mio. Euro vergeben. (12.03.2018/alc/a/a)