US-Inflation und europäische Produktion im Fokus


06.08.18 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Zentralbankentscheidungen in den USA und Großbritannien, der US-Arbeitsmarktbericht sowie die Einkaufsmanagerindices, der Kalender der letzten Woche hatte einiges zu bieten, so die Analysten der Helaba.

Das Gesamtbild habe sich dadurch aber nicht wesentlich verändert. In den USA habe die FED die Zinsen auf dem bisherigen Niveau gehalten, bleibe aber auf dem graduellen Zinserhöhungspfad. Die Notenbanker dürften sich dabei vonseiten robuster Stimmungsindikatoren und eines soliden Arbeitsmarktes bestätigt sehen. Die Marktteilnehmer hätten ihre Zinserwartungen dennoch nicht vollständig auf ein Szenario mit je einem Zinsschritt im September und Dezember eingestellt.

In der neuen Woche würden vor diesem Hintergrund die preislichen Entwicklungen beobachtet werden. Den Auftakt dazu würden die Erzeugerpreise geben und zum Wochenschluss würden die Verbraucherpreise folgen. Der Ölpreisanstieg habe Ende Juni seinen bisherigen Höhepunkt erreicht und im Juli hätten die Notierungen per saldo nachgegeben. Zu einem preisdämpfenden Effekt komme es aber vermutlich noch nicht, denn in der für die Berechnung wichtigen Erhebungsphase in der jeweils ersten Monatshälfte sei ein im Monatsvergleich erhöhtes Niveau zu konstatieren.

Insofern erscheine die Erwartung eines unveränderten Preisdrucks realistisch. Dies gelte auf der Erzeuger- wie auch auf der Verbraucherebene. Die von den USA erhobenen Importzölle in verschiedenen Produktkategorien würden mittelfristig zwar die Importpreise erhöhen, der Einfluss auf den Verbraucherpreiseindex dürfte aber überschaubar bleiben. Per saldo würden die Analysten davon ausgehen, dass die aktuellen Zahlen die FED nicht dazu veranlassen würden, von dem eingeschlagenen Pfad abzuweichen.

Die Bank von England habe die erwartete Zinserhöhung beschlossen, eine Serie von Straffungen werde es aber zunächst nicht geben. Die "Brexit"-Verunsicherung trübe den Ausblick und so würden auch neue Konjunkturdaten wohl nicht in der Lage sein, die Geldpolitiker mittelfristig unter Handlungsdruck zu setzen.

Hierzulande und in der Eurozone richte sich der Blick auf neue Stimmungsbarometer sowie auf die Industrieaufträge und die Produktionsdaten. Angesichts der schwächelnden Stimmungsindikatoren sollten die Erwartungen für Aufträge und Produktion nicht zu hoch gesteckt werden. Im Falle der Produktion würden der geringere Pkw-Ausstoß und die gesunkene Stahlproduktion zudem negative Indikationen liefern. In anderen europäischen Ländern stünden ebenfalls die Produktionsdaten zur Veröffentlichung an. Allzu große positive Überraschungen werde es wohl nicht geben und so sollte sich die Perspektive für die EZB-Politik nicht verschieben. Aufseiten der Stimmungsbarometer gebe das sentix-Investorenvertrauen heute einen ersten Hinweis auf die Gemütslage der Finanzmarktakteure, mithin auf den kommenden ZEW-Saldo der Konjunkturerwartungen. (06.08.2018/alc/a/a)