US-Inflation: Weitere Beschleunigung?


09.06.21 14:00
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-VPI-Daten für April zeigten einen deutlich höheren Preisanstieg als vom Markt erwartet, so die Experten von XTB.

Die Inflation habe auf Jahresbasis 4,2% erreicht - der höchste Wert seit Mitte 2008! Die Aktienmärkte seien in Mitleidenschaft gezogen worden, aber die Sorgen würden nachlassen, nachdem die FED-Mitglieder weiterhin behauptet hätten, dass das hohe Preiswachstum nur vorübergehend sei. Für Mai werde jedoch eine weitere Beschleunigung erwartet - dieses Mal auf 4,7% im Jahresvergleich. Die Frage scheine nun zu sein, um wie viel müsse sich das Preiswachstum beschleunigen, damit die Märkte aufhören würden, der FED zu glauben?

Die Daten zu den US-Verbraucherpreisen für April hätten einen Sprung von 0,8% gegenüber dem Vormonat gezeigt, während die jährliche Dynamik 4,2% erreicht habe - beide Werte auf dem höchsten Niveau seit Mitte 2008! Für Mai werde eine weitere Beschleunigung der Gesamtinflation erwartet, wobei der Marktkonsens einen Wert von 4,7% im Jahresvergleich erwarte! Für die Kerninflation werde eine Beschleunigung von 3 auf 3,4% im Jahresvergleich erwartet. Die Daten würden am Donnerstag um 14:30 Uhr veröffentlicht.

Sei es wirklich nur vorübergehend?

Bis jetzt sehe es so aus, als ob das Vertrauen der Investoren in die FED die Märkte vor einer größeren Reaktion bewahrt habe. Die FED-Mitglieder würden immer wieder betonen, dass das Anziehen des Preiswachstums vorübergehend sei und mit geringen Basiseffekten begründet werden könne. Doch sei das wirklich so? Sicher, der April (2020) sei ein Monat gewesen, in dem die Ölpreise ins Minus gegangen seien, und das habe sich im übergroßen Beitrag der Kraftstoffe zum VPI-Wert für April 2021 gezeigt. Nichtsdestotrotz seien die Preise im April in fast allen wichtigen Kategorien gestiegen. Ein weiterer großer Anstieg könnte der FED weniger Argumente liefern, um an ihrem Narrativ festzuhalten, vor allem, wenn er von einem ähnlich "breiten" Anziehen des Preiswachstums begleitet werde.

Lohnwachstum beschleunige sich

Ein weiterer Punkt, der sich mit dem FED-Narrativ der vorübergehenden Inflation zu beißen scheine, sei das Lohnwachstum. Der NFP-Bericht für Mai habe einen viel höher als erwarteten Anstieg der Durchschnittslöhne gezeigt. Man solle beachten, dass das Lohnwachstum nicht mit einem niedrigen Basiseffekt begründet werden könne, da die Durchschnittslöhne in den USA nach Beginn der Pandemie in die Höhe geschnellt seien (aufgrund des Wegfalls von Arbeitsplätzen mit niedrigem Einkommen). Darüber hinaus werde das Lohnwachstum als eine hartnäckigere Quelle für Inflationsdruck angesehen. Abgesehen davon sei ein weiterer starker Anstieg des US-VPI ein potenzielles Risikoereignis für die Aktienmärkte, da er den Anlegern zeigen könnte, dass die FED einfach falsch liege. Die Veröffentlichung der Daten werde ebenfalls genau beobachtet, da sie weniger als eine Woche vor der FOMC-Sitzung erfolge (es handele sich um eine vierteljährliche Sitzung, sodass sie auch neue Wirtschaftsprognosen beinhalte).

Reaktion der Märkte

Der NASDAQ 100 (ISIN: US6311011026, WKN: A0AE1X) sei nach der Veröffentlichung der VPI-Daten für April unter die 13.000-Punkte-Marke gefallen. Dies habe jedoch auch das Ende der kurzfristigen Korrektur markiert, und der Markt habe später begonnen, sich wieder zu erholen. Der US-Tech-Index notiere weniger als 2% unter seinen Allzeithochs und sei in letzter Zeit der Underperformer unter den US-Indices gewesen. Dies sollte nicht überraschen, da die positiven Daten aus den Vereinigten Staaten zeigen würden, dass das Risiko einer früher als erwarteten Straffung real sei und der Tech-Sektor am stärksten betroffen sein könnte. Andere Märkte, die im Anschluss an die Veröffentlichung wahrscheinlich volatiler werden, seien: Gold, EUR/USD und T-Note. (09.06.2021/alc/a/a)






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US6311011026 A0AE1X 14.160 9.747