US-Inflation: "Symmetric" gewinnt an Bedeutung


11.05.18 11:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Als das Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC), Raphael Bostic, am Vorabend des Himmelfahrtstages in einer Rede erklärte, die US-Inflation werde wahrscheinlich für eine gewisse Zeit das 2-Prozent-Ziel übertreffen, dürfte er noch nichts von der Entwicklung der jüngsten Inflationsdaten gewusst haben, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Denn die Verbraucherpreise seien im April auch in der Kernrate gegenüber dem Vormonat etwas weniger als erwartet gestiegen. Bei der Betrachtung im Jahresvergleich spreche man allerdings immer noch von einem Zuwachs von 2,5 Prozent beim Konsumentenpreisindex (wie erwartet) bzw. 2,1 Prozent in der Kernrate (graduell enttäuschend). Die Marktreaktion sei indes recht deutlich ausgefallen.

Nachdem der Euro noch am Mittwoch mit etwa 1,1820 ein neues Jahrestief zum Dollar markiert habe, habe man gestern nach gut drei Wochen Euro-Schwäche von einem "längst fälligen" kleinen Befreiungsschlag sprechen können. Nun werde die US-Notenbank wohl doch nicht mit insgesamt vier Zinserhöhungen in diesem Jahr aufwarten, sei vielerorts zu hören gewesen. Obgleich dabei übersehen werde, dass die US-Notenbank als Inflationsmaß den Kostenindex der privaten Konsumausgaben (PCE) bevorzuge. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass im Statement des FOMC nach der Sitzung am vergangenen Mittwoch im Zusammenhang mit dem Inflationsziel der Begriff "symmetric" gefallen sei.

Womit die Notenbank einerseits zum Ausdruck habe bringen wollen, dass sie nicht nur ein leichtes Überschießen beim Inflationsziel zu tolerieren gewillt sei. Dasselbe gelte auch für ein leichtes kurzfristiges Unterschreiten des Ziels. Wahrscheinlich verberge sich dahinter die Absicht, bei kleineren Inflationsschwankungen nicht sofort einen Strategiewechsel diskutieren zu wollen. Zumal die jüngsten Daten ohnehin über dem 2-Prozent-Ziel lägen und damit lediglich die mittleren Erwartungen der Ökonomen nicht erfüllt hätten.

So gesehen passe der gestrige Rücksetzer des Dollar gut ins Bild einer ohnehin längst fälligen Korrektur. Für den kurzfristigen Trend des Euro bedeute dies allerdings keine Gefährdung. Er verlaufe zwischen 1,2120 und 1,1775/80 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275). Erstes nennenswertes Euro-Angebot sei nun etwas niedriger bei 1,2045/50 zu erwarten. (11.05.2018/alc/a/a)





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