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US-Hypothekenmarkt wieder attraktiv für Investoren


10.08.17 11:45
GAM

Berlin (www.anleihencheck.de) - Niedriges Volatilitätsprofil und eine solide Rendite - die so genannten Mortgage-backed Securities (MBS), zu Deutsch hypothekenbesicherte Wertpapiere, haben zuletzt viele andere Wertpapiere hoher und mittlerer Qualität in ihrer Performance übertroffen, so Tom Mansley, Investment Director beim Vermögensverwalter GAM.

Seit der Finanzkrise, während der MBS-Anlagen stark unter Druck geraten seien, habe der Hypothekenmarkt in den USA eine radikale Reform durchlaufen. "Anleger, die eine gut diversifizierte, globale, festverzinsliche Strategie suchen, sollten sich das verbesserte Angebot sehr genau ansehen", sage Tom Mansley. "Die Gelegenheit ist fast zu gut, um sie sich entgehen zu lassen."

MBS seien Wertpapiere, die durch einen Pool von Hypothekenkrediten unterlegt seien und Anlegern ein Anrecht auf die Cashflows aus diesen Hypothekenkrediten geben würden. Sie würden somit eine geringe Korrelation zu Aktien und traditionellen Anleihen vorweisen. "Mittlerweile handelt es sich bei den meisten MBS am Markt um so genannte "Agency-Papiere", die von der US-Regierung oder einer ihrer Agenturen, Freddie Mac oder Fannie Mae, abgesichert oder anerkannt sind", sage Mansley, der in GAMs Niederlassung in New York arbeite. "Es gibt aber auch Non-Agency-MBS, also Anleihen von privaten Emittenten wie zum Beispiel Banken, und diese Wertpapiere haben keine staatliche Garantie." Deshalb böten sie eine höhere Rendite, seien aber auch mit einem entsprechend höheren Ausfallrisiko verbunden.

Seien die MBS noch maßgeblich an der Entstehung der Finanzkrise beteiligt gewesen, hätten sich die Anforderungen an die Papiere und die dahinterliegenden Kredite stark verbessert. "Die Kreditvergabestandards haben sich dramatisch erhöht und werden streng überwacht", sage Mansely. "Komplette Hypothekenfinanzierungen gibt es nicht mehr, die Kreditnehmer müssen eine nicht unbeträchtliche Anzahlung selbst aufbringen." Zudem fließe bei den Kreditratingagenturen mittlerweile ein breiteres Spektrum möglicher negativer Szenarien in die Berechnung der Ratings von MBS ein.

"Aus fundamentaler Sicht sind die US-Wohnimmobilienmärkte wesentlich robuster als vor der Krise", sage Mansley. Laut dem Finanzmarktanalyst CoreLogic hätten Ende des vergangenen Jahres 2,6 Prozent der Hypothekenkredite in den USA einen Zahlungsverzug von mehr als 90 Tagen verzeichnet und würden damit als notleidend betrachtet. "Das sind etwa eine Million Kredite. Im Vergleich dazu belief sich die Zahl der notleidenden Hypothekenkredite während des Höhepunkts der Krise im Januar 2010 auf 3,7 Millionen." Zudem sei die Zahl der nötigen Zwangsvollstreckungen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent zurückgegangen.

Zwar bestehe ein mögliches Szenario, dass sich unter dem US-Präsidenten Donald Trump der Einfluss der Regierung auf den Hypotheken- und Immobilienmarkt verringern könnte. Allerdings wäre dies ein langsamer Prozess, da die Trump-Regierung zurzeit klar andere Prioritäten habe. Sollte es dieses Jahr doch noch zu Gesetzesänderungen kommen, würden diese wahrscheinlich auf die Wiederbelebung eines größeren und effizienteren Markts für Non-Agency-Hypothekenwerte ausgerichtet sein.

"Die Assetklasse zeigt derzeit belegbare Vorzüge was Rendite, Kapitalerhalt und Diversifikation angeht", sage Mansley. "Unserer Meinung nach gibt es hier wirklich interessante Investmentgelegenheiten, die man nicht verpassen möchte." (10.08.2017/alc/a/a)