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US-Daten und FOMC-Sitzung im Fokus


14.09.20 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Akteure an den Finanzmärkten müssen ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die USA richten, berichten die Analysten der Helaba.

Nicht nur eine Vielzahl von wichtigen Konjunkturdaten stehe zur Veröffentlichung an, sondern auch das FOMC, der Offenmarktausschuss der US-Notenbank FED, gebe seine Entscheidung bekannt. Wie schon bei der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank in der letzten Woche werde das Ereignis mit Spannung erwartet, wenngleich auch hier gelte: Das Leitzinsniveau werde wohl nicht verändert. Mit seiner Rede bei FED-Symposium in Jackson Hole habe FED-Chef Powell jüngst den Strategiewechsel der FED bekannt gegeben. Die FED peile immer noch ein Inflationsziel von 2% an, nun aber nicht mehr als "Obergrenze", sondern als durchschnittlich zu erreichender Wert.

Ähnliches werde inzwischen auch bei der laufenden Strategieüberprüfung der EZB für die Eurozone erwartet. Vor diesem Hintergrund bestehe die einhellige Meinung im Markt, dass die Leitzinsen dies- und jenseits des Atlantiks für sehr lange Zeit auf den aktuell niedrigen Niveaus liegen würden. Darüber hinaus bestehe auch kein Zweifel daran, dass die laufenden Ankaufprogramme für Anleihen und die außergewöhnlichen Liquiditätsbereitstellungen von beiden Notenbanken fortgeführt würden. Interessant werde sein, wie stark FED-Chef Powell die Kongressparteien und das Weiße Haus zu weiteren fiskalpolitischen Maßnahmen drängen würden. Auch dies lenke den Blick auf die USA, denn ein weiteres Stimuluspaket noch vor den Wahlen im November werde immer wieder diskutiert, echte Einigungschancen scheine es aber nicht zu geben.

Das datenseitige Interesse richte sich auf erste regionale Stimmungstests in der US-Industrie sowie auf Einzelhandelsumsätze und Produktionszahlen in den USA. Hierzulande liege die Aufmerksamkeit morgen auf der ZEW-Umfrage, die einen Hinweis auf das ifo Geschäftsklima in Deutschland geben werde. (14.09.2020/alc/a/a)