US-Arbeitsmarktbericht konnte einmal mehr überzeugen. Wie stehen die US-Notenbanker dazu?


07.08.17 08:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Obwohl die Investoren am Freitag dem US-Arbeitsmarktbericht entgegen fieberten, sollten die Auftragseingänge für die deutsche Industrie im Juni nicht ganz außer Acht gelassen werden, so die Analysten der National-Bank AG.

Diese seien sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich bei sogar noch leicht nach oben revidierten Mai-Daten kräftig angestiegen. Die deutsche Wirtschaft werde also auch in den kommenden Monaten an einem ordentlichen Auftragspolster partizipieren können, mit den entsprechenden Wirkungen auf das Wachstum. Die deutschen Daten zur Industrieproduktion im Juni, die heute Morgen zu Handelsbeginn veröffentlicht würden, dürften einen deutlichen Zuwachs anzeigen. Die Industrie werde also einen ordentlichen Beitrag zum Wirtschaftswachstum in Q2 geliefert haben.

Bereits am Freitag habe der US-Arbeitsmarktbericht überzeugen können. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors habe die Schätzungen erheblich übertroffen. Selbst die durchschnittlichen Stundenlöhne seien 0,1 Prozentpunkte im Monats- und Jahresvergleich stärker angestiegen, als es geschätzt worden sei. Die überwiegende Zahl der Arbeitsplätze sei jedoch einmal mehr im Dienstleistungsgewerbe geschaffen worden, in dem tendenziell nicht sonderlich gut bezahlt werde. Deutlich sei jedoch geworden, dass der Jobmotor trotz der Probleme der Regierung laufe, obwohl es der Regierung bislang nicht gelungen sei, eines ihrer zentralen Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Die jüngsten Aussagen aus US-Regierungskreisen, wonach nun die Steuerreform im Fokus der Regierungsarbeit stehe und es im Laufe des Herbstes eine Steuerreform geben könne, seien erst einmal als Zweckoptimismus abzutun. Erstens befinde sich der Kongress nun bis Ende des Monats in der Sommerpause, sodass sowieso nicht viel verhandelt werden könne. Zweitens werde sich der Kongress nach der Sommerpause umgehend mit der Anhebung der Verschuldungsobergrenze beschäftigen müssen. Drittens wäre es sicher sinnvoll, bei den Steuerplänen auf einen breiteren Konsens innerhalb der beiden Parteien zu setzen, damit eine Reform der Steuergesetzgebung überhaupt Aussichten auf Erfolg habe. Das dürfte eine sehr hohe zu überwinden Hürde sein. Daher sollten die Investoren erst einmal nicht mit einer Steuerreform rechnen.

Ob der Arbeitsmarktbericht Auswirkungen auf die Gedanken der US-Notenbanker habe, könnte sich heute erstmals zeigen. Die beiden US-Vertreter, die sich heute äußern würden, würden dem "Tauben-Lager" angehören. Sie hätten beide zuletzt Zweifel an der These geäußert, wonach die geringe Dynamik der Teuerung eher temporärer Natur sei. Vielleicht könne aus ihren Aussagen bereits abgelesen werden, ob sie diese Auffassung immer noch teilen würden, wobei ein Arbeitsmarktbericht mit einer etwas stärker steigenden Lohnkomponenten vermutlich keine Meinungsänderung verursachen werde. Immerhin sei die Leitzinsanhebung im Dezember aus Sicht der Kapitalmärkte wieder wahrscheinlicher geworden.

Obwohl der US-Arbeitsmarktbericht positiv habe überraschen können, hätten sich die Reaktionen an den Bondmärkten in Grenzen gehalten. Die Kursverluste seien insgesamt überschaubar ausgefallen. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte behauptet in die Woche starten. Zentrales Ereignis seien die Aussagen der US-Notenbanker zur künftigen Geldpolitik. Der Beginn der Tagung von OPEC- und Nicht-OPEC-Ländern sollte ebenfalls Beachtung finden. Schließlich habe die Stabilisierung der Ölpreise bislang nur teilweise funktioniert. Im weiteren Tagesverlauf sollte sich der Bund-Future sich zwischen 162,55 und 163,85 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,21 und 2,34% schwanken, wobei die US-Investoren aufgrund der anstehenden Refinanzierungen eher zurückhaltend bleiben würden. (07.08.2017/alc/a/a)






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