US-Arbeitsmarkt im Fokus


02.07.20 10:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Finanzmärkte waren gestern deutlichen Schwankungen ausgesetzt, so die Analysten der Helaba.

So habe sich am deutschen Aktienmarkt gezeigt, dass wohl zu viel Optimismus in den Kursen gesteckt habe und die Marktteilnehmer verstärkt auf eine zweite Corona-Welle in den USA reagiert hätten. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe unter anderem aufgrund des heutigen Emissionsvolumens (11 Mrd.) in Frankreich nachgegeben. Belastend hätten hier aber auch die Einkaufsmanagerindices des Industriesektors in Spanien und Italien gewirkt, welche sich beide in Richtung Wachstumsschwelle erholt hätten. Die jeweiligen Spreads gegenüber Bunds hätten mit einer leichten Einengung reagiert.

Datenseitig liege der Fokus heute auf den harten Fakten zum Arbeitsmarkt. Den Auftakt gebe am Morgen die Veröffentlichung der Arbeitslosenquote in der Eurozone. Die Analysten würden mit einer leichten Enttäuschung von 7,8% rechnen. Für Impulse könnte der offizielle US-Arbeitsmarktbericht sorgen. Weil der 4. Juli (Independence Day) auf das Wochenende falle, werde der Feiertag auf Freitag vorgezogen und der Arbeitsmarktbericht schon heute veröffentlicht. Die Analysten würden mit einem deutlichen Plus bei der Zahl der Beschäftigten (4 Mio.) und einem Rückgang der Arbeitslosenquote auf 12% rechnen und sich damit optimistischer als die Konsensschätzung positionieren. Dementsprechend würden die Analysten davon ausgehen, dass der Bund-Future heute tendenziell nachgeben dürfte und der Euro unter Abgabedruck geraten könnte.

Zusätzliche Signale würden auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe liefern. Noch werde die Zahl voraussichtlich über der Millionen-Marke liegen. Eine abnehmende Dynamik dürfte aber auch hier das Vertrauen der Investoren stärken. Positiv dürften sich auch die Auftragseingänge der US-Industrie zeigen. Freundliche Vorgaben würden die regionalen Indices der FED in Philadelphia und New York geben, welche trotz der schlechten Pandemie-Daten und Verunsicherungen durch Proteste Anstiege verzeichnet hätten. Auch der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes habe gestern überzeugen können.

Noch zu erwähnen sei, dass der US-Rentenmarkt heute feiertagsbedingt früher schließen werde. Per saldo sei fraglich, ob gute Arbeitsmarktdaten nachhaltig zu einer Risk-On-Stimmung führen würden, denn das Sentiment stehe im derzeitigen Umfeld auf tönernen Füßen, weil die Infektionszahlen in den USA steigen würden und damit das Risiko für den wirtschaftlichen Ausblick bestehen bleibe. (02.07.2020/alc/a/a)