USA: Der erste große Leitzinsschritt und der Beginn der Bilanzreduzierung


05.05.22 09:57
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die FED hat beim Zinsentscheid gestern Abend erwartungsgemäß das Leitzinsintervall um 50 Basispunkte auf 0,75% bis 1,00% angehoben, so die Analysten der DekaBank.

Zudem seien für Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Anleihen Kappungsgrenzen eingeführt worden. Mit ihrer Hilfe solle in den kommenden Quartalen die Höhe der Bilanz auf ein geldpolitisch notwendiges Niveau verringert werden.

In der anschließenden Pressekonferenz habe FED-Chef Powell deutlich gemacht, dass die FOMC-Mitglieder derzeit nicht in Erwägung ziehen würden, die Leitzinsen bei einem einzelnen Meeting um 75 Basispunkte anzuheben. Diese Information habe für niedrigere Renditen für US-Staatsanleihen gesorgt. Insgesamt habe Powell souveräner als bei den vorherigen Pressekonferenzen gewirkt.

Die derzeitige makroökonomische Situation sei einmalig: Die Arbeitsnachfrage sei deutlich höher als das Arbeitsangebot. Hierfür seien aber keine zyklischen Faktoren verantwortlich, sondern die Besonderheit des Corona-Aufschwungs. Diese ungewöhnliche Gemengelage mache geldpolitische Fehler wahrscheinlicher. Insofern seien sowohl das von der FED gewünschte Soft-Landing als auch eine Anpassungsrezession derzeit ein realistisches Szenario. (05.05.2022/alc/a/a)