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USA: Zwei Monate dynamischer Preisentwicklung - Geringerer Preisdruck im August erwartet


07.09.20 10:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Während eine Vielzahl von US-Konjunktursignalen weiterhin eine solide Erholung widerspiegelt, zeichnet sich eine Verlangsamung des Beschäftigungsaufbaus ab, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Die ISM-Stimmungsindikatoren hätten sowohl im Verarbeitenden als auch im Nicht-Verarbeitenden Gewerbe eine Fortsetzung der Konjunkturerholung mit Werten deutlich im Expansionsniveau (56 bzw. 56,9) gezeigt. In beiden Sektoren gelte jedoch, dass sich die Beschäftigungskomponente zwar habe verbessern können, jedoch weiterhin einen Beschäftigungsrückgang suggeriere (46,4 bzw. 47,9). Die jüngsten Datenveröffentlichungen würden daher prinzipiell optimistisch stimmen, jedoch auch einen vergleichsweise trägen Arbeitsmarkt zeigen.

Diese Woche würden vornehmlich Inflationsdaten (Verbraucherpreise und Erzeugerpreise) im Vordergrund stehen. Nach zwei Monaten dynamischer Preisentwicklung von 0,6% p.m. des VPI sei im August von geringerem Preisdruck auszugehen. Nichtsdestotrotz sollte die Inflationsrate im Jahresvergleich zulegen können und über 1% p.a. steigen. Die Kerninflation, welche im Juli einen deutlichen Sprung von 1,2 auf 1,6% verzeichnet habe, werde dagegen konstant erwartet (Abwärtspotenzial). Im Anschluss an das geldpolitische Symposium in Jackson Hole hätten sich noch einige Mitglieder des Offenmarktausschusses zu Wort gemeldet.

Mit dem Start der Blackout-Periode (05.09.) im Vorfeld der nächsten FED-Zinssitzung (15. bis 16.09.) seien diese Woche keine marktbewegenden Äußerungen seitens der FED zu erwarten. Die bislang geäußerten Meinungen würden einen breiten Konsens zeigen innerhalb des Offenmarktausschusses in Zukunft längere Phasen akkommodativer Geldpolitik zuzulassen, um einerseits positive Beschäftigungseffekte zu verbreitern und andererseits Inflationsraten von moderat über 2% zu erreichen, wodurch ein Absenken der Inflationserwartungen verhindert werden solle.

Treasury-Renditen seien im Wochenverlauf gesunken und hätten somit die Aufwärtsbewegung nach dem Jackson Hole Treffen egalisiert. Die Versteilung der Renditekurve sei demnach nur von kurzer Dauer gewesen und auch die Inflationserwartungen des Marktes hätten das Niveau von vor zwei Wochen wieder erreicht (5J5J Forward bei 1,8%). In diesem Umfeld würden die Analysten der RBI Renditeanstiege auch mittelfristig nur in moderatem Ausmaß für möglich halten. (Ausgabe vom 04.09.2020) (07.09.2020/alc/a/a)