Erweiterte Funktionen

USA: Zentralbank ändert geldpolitische Strategie


11.09.20 09:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Beim vergangenen Monat erstmals virtuell ausgetragenen Jackson Hole-Symposium, dem jährlichen Treffen von Zentralbankern aus allen Teilen der Welt, gab FED-Chef Jerome Powell die Schlussfolgerungen der geldpolitischen Strategieprüfung der FED bekannt, so die Analysten von Postbank Research.

Explizite Leitlinien für die Umsetzung dürften nach der FED-Sitzung im September veröffentlicht werden.

Als zentrale Neuerung solle die Inflationsrate nun nicht mehr zu jedem Zeitpunkt nahe zwei Prozent liegen, sondern im Durchschnitt über längere Zeiträume dem Zielwert entsprechen. Somit würden Perioden, in denen die Inflation unter dem Ziel liege, durch Perioden, in denen sie höher ausfalle, ausgeglichen. Dies impliziere eine längere expansive Geldpolitik.

Außerdem wolle sich die FED noch stärker für die Beschäftigung engagieren. Grund sei, dass die unteren und mittleren Einkommen besonders von guten Arbeitsmärkten profitieren würden. Auch dies spreche für die Duldung einer höheren Inflation.

Im Zuge der aktuellen Konjunkturerholung seien die US-Inflationserwartungen über die nächsten zehn Jahre von ihrem Jahrestief von 0,5 Prozent Mitte März bereits auf über 1,7 Prozent gestiegen. Die Ankündigung von FED-Chef Powell habe für zusätzlichen Rückenwind gesorgt.

Bei einer fortgesetzten Erholung der US-Konjunktur könnte der Anstieg der Inflationserwartungen die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen von aktuell 0,67 Prozent (Stand: 08.09.2020) auf 0,85 Prozent in sechs Monaten erhöhen. (Ausgabe Zinsbulletin September 2020) (11.09.2020/alc/a/a)