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USA: Weiterhin Unklarheit über Fiskalpaket


11.11.20 11:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Nachdem die Finanzmärkte vor den US-Wahlen ein Fiskalpaket und einen mutmaßlichen Einzug der US-Demokraten in das Weiße Haus und als Mehrheitspartei im Senat eingepreist hatten, sind die Aussichten auf hohe Fiskalstimuli mit dem Wahlergebnis bzw. der ausgebliebenen "blauen Welle" nun gesunken, so die Analysten von Postbank Research.

Aufgrund des Fortschreitens der Covid-19-Pandemie rolle nun der Ball zurück ins Feld der Geldpolitik.

Beim nächsten Treffen der FED am 16. Dezember könnten deshalb weitere Lockerungen der Geldpolitik beschlossen oder zumindest in Aussicht gestellt werden. Die Leitzinsen würden wohl auf längere Sicht nicht angetastet werden. Die Mehrheit der Währungshüter erwarte keine Leitzinsänderung bis Ende 2023. Die Märkte würden diese frühestens für Ende 2024 einpreisen.

Im Vorfeld der US-Wahlen seien sowohl die US-Inflationserwartungen als auch die Renditen zehnjähriger (bis auf 0,92 Prozent) bzw. 30-jähriger (bis auf 1,75 Prozent) US-Treasuries auf den höchsten Stand seit Mitte März angestiegen. Mit der Erwartung, dass die US-Republikaner die Mehrheit im Senat verteidigen könnten, sodass ein großes Fiskalpaket unwahrscheinlicher werde, seien diese aber wieder etwas zurückgekommen.

Bei einer fortgesetzten Erholung der US-Konjunktur (das BIP-Wachstum habe im 3. Quartal annualisiert bei 33 Prozent gelegen) könnte die Rendite 10-jähriger US-Treasuries von aktuell 0,95 Prozent (Stand: 10.11.2020) auf 0,90 Prozent in sechs Monaten ansteigen. (Ausgabe Zinsbulletin November 2020) (11.11.2020/alc/a/a)