USA: Wahrscheinlichkeit für Leitzinsanhebung im Dezember steigt


09.10.17 08:58
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Im September hat die Wetterlage dann doch Spuren auf dem US-Arbeitsmarkt hinterlassen, obwohl das aus den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe ebenso wenig abzulesen war wie aus dem ADP-Bericht, so die Analysten der National-Bank AG.

Nichtsdestotrotz seien erstmals seit Jahren Arbeitsplätze abgebaut worden. Sollten nicht noch mehr Naturkatastrophen das Land treffen, dürfte sich die Arbeitsmarktsituation wieder normalisieren. Dass die Arbeitslosenquote auf 4,2% zurückgegangenen sei, sollte ähnlich wie der Arbeitsplatzabbau nicht überbewertet werden. Der Rückgang dürfte zu einem Gutteil auf die Erhebungsmethodik zurückgehen. Der kräftige Anstieg der durchschnittlichen Stundelöhne könnte dagegen Signalcharakter haben. Allerdings sollte man bei der Einschätzung nicht voreilig sein. Auch bei diesem Wert könnten Verzerrungen eine Bedeutung haben. Dennoch habe das zahlreiche US-Notenbanker auf den Plan gerufen, die sich nun allesamt für eine Leitzinserhöhung im Dezember stark machen würden. Zurzeit sehe es jedenfalls danach aus, als ob sie kommen werde. Die Marktteilnehmer hatten sich damit abgefunden. So würden es die FED Funds Future derzeit andeuten.

Weniger erfreuliche Nachrichten seien dagegen aus China veröffentlicht worden: Die Caixin Einkaufsmanagerindices hätten nicht überzeugen können. Sie seien zurückgegangen, lägen aber weiterhin über der Marke von 50 Punkten, die auf eine Expansion der wirtschaftlichen Aktivität hindeute. Daher sollte man die Werte nicht überinterpretieren. Gute Nachrichten habe es am Freitag aus Deutschland gegeben: Die schwachen Auftragseingänge im Juli dürften wohl tatsächlich vor allem auf die Feriensaison zurückzuführen gewesen sein, denn im August habe die deutschen Industrie wieder zahlreiche Aufträge einsammeln können und die Schätzungen bei weitem übertroffen. Die Industrie hierzulande präsentiere sich in ausgezeichneter Verfassung, was die Daten zur Industrieproduktion heute Morgen vermutlich ebenfalls zeigen würden. Der Aufschwung bleibe dynamisch. Es wäre zudem wenig verwunderlich, wenn eine weitere Wachstumskorrektur für das laufende Jahr nach oben fällig werden würde.

Die Probleme im Euroraum würden jedoch bleiben: In Katalonien sei am Wochenende gegen die Abspaltung von Spanien protestiert worden. Die "Straße" fordere eindeutig Gespräche zwischen Zentral- und Regionalregierung. Die würden sich jedoch hart zeigen, sodass damit gerechnet werden müsse, dass die katalonische Regionalregierung die Unabhängigkeit ausrufen werde. Als Termin dafür werde der morgige Dienstag genannt. Die in Katalonien ansässigen Unternehmen würden ihre Konsequenzen ziehen und die Region verlassen bzw. ihre Vorbereitungen dazu treffen. Das Unabhängigkeitsbestreben werde die Wirtschaftskraft der Region dauerhaft und vermutlich unwiederbringlich schädigen.

Ansonsten stünden heute zahlreiche Aussagen von europäischen Notenbankern auf der Agenda. Neues würden sie nicht zu berichten haben. Alle würden die Notwendigkeit der Anpassung des QE-Volumens betonen. Über konkrete Modalitäten könne und werde nur spekuliert werden. Außerdem könnte Nordkorea die Märkte wieder beschäftigen. Nach Aussagen aus russischen Regierungskreisen solle Nordkorea nun im Besitz von Raketen sein, die die US-Westküste erreichen könnten. Sollte das so sein, dürfte es bestimmt bald wieder Provokationen aus Nordkorea geben. Nach den jüngsten Tweets des US-Präsidenten zu diesem Thema sei eine weitere Eskalation mit unabsehbaren Folgen nicht ausgeschlossen.

Beeinflusst von den politischen Problemen in Spanien dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) gut behauptet in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,50 und 162,00 bewegen. Der US-Bondmarkt bleibe heute wegen eines Feiertages geschlossen. (09.10.2017/alc/a/a)





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