USA: Währungshüter erwarten früheren Anstieg der Leitzinsen


08.07.21 09:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Wichtige Konjunkturindikatoren signalisieren unverändert eine dynamische Erholung in den USA, so die Analysten von Postbank Research.

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei im Juni trotz des bereits sehr hohen Niveaus unverändert bei 62,1 Punkten geblieben. Die Stimmung im Dienstleistungssektor habe sich dagegen vom Rekordhoch im Mai auf immer noch solide 64,8 Punkte eingetrübt.

Die Inflation sei im Juni auf 5,0 Prozent und damit auf das höchste Niveau seit 2008 gestiegen. Für den wachsenden Preisdruck seien nicht nur die im Vorjahresvergleich deutlich höheren Energiepreise verantwortlich. Der Sprung der Kerninflation auf 3,8 Prozent deute auf breit angelegte Preisanstiege.

Auf ihrer jüngsten Sitzung habe sich die FED deutlich "falkenhafter" präsentiert. Zwar setze sie ihren geldpolitischen Kurs zunächst unverändert fort und habe noch keine konkreten Hinweise auf ein Zurückfahren der Anleihekäufe gegeben. Dafür würden die Währungshüter nun aber mehrheitlich bereits für 2023 höhere Leitzinsen anstatt zuvor für 2024 erwarten.

Trotz der nun früher erwarteten Leitzinserhöhungen durch die Notenbank seien die US-Renditen am langen Ende zurückgegangen. Offensichtlich würden die Märkte erwarten, dass sich die Inflation durch eine rechtzeitige geldpolitische Straffung eindämmen lasse.

Auf Sicht von sechs Monaten dürften die Rendite 10-jähriger US-Treasuries wegen der starken Konjunkturerholung und eines anhaltenden hohen Preisdrucks dennoch von aktuell 1,42 (Stand: 05.07.2021) auf 2,25 Prozent ansteigen. (Zinsbulletin Juli 2021) (08.07.2021/alc/a/a)