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USA: Währungshüter erwarten frühere Zinsanhebung


06.10.21 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Einkaufsmanagerindices in den USA gaben im September leicht nach, so die Analysten von Postbank Research.

Der Index für das Verarbeitende Gewerbe sei von 61,1 auf 60,5 Punkte gefallen. Auch im Dienstleistungssektor sei der Rückgang mit 0,7 auf 54,4 Punkte eher gering ausgefallen. Dagegen sei das Verbrauchervertrauen des Conference Board infolge hoher Infektionszahlen und schnell steigender Verbraucherpreise im September noch einmal kräftig um 5,9 auf 109,3 Punkte eingebrochen.

Die aktuellen Daten würden darauf hindeuten, dass sich das Wachstum des privaten Konsums in den USA erkennbar verlangsamt habe. Dafür würden starke Zahlen zu den Kapitalgüteraufträgen eine anhaltend kräftige Expansion der Unternehmensinvestitionen signalisieren. Das BIP-Wachstum sollte sich im zweiten Halbjahr daher nicht allzu stark verlangsamen.

Die Währungshüter hätten sich auf ihrer jüngsten Zinssitzung "falkenhafter" gegeben. Laut Gouverneur Jerome Powell könnte das Kaufprogramm für Wertpapiere zum Jahresende zurückgefahren und möglicherweise in der Mitte des nächsten Jahres beendet werden. Gleichzeitig würden nun die Hälfte der 18 FOMC-Mitglieder eine erste Zinserhöhung bereits im Jahr 2022 erwarten.

Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries habe zuletzt deutlich angezogen und sei dabei das erste Mal seit Juni wieder über die Marke von 1,50 Prozent geklettert. Auf Sicht von sechs Monaten könnte sie von aktuell 1,49 (Stand: 01.10.2021) weiter auf 2,15 Prozent ansteigen. (Ausgabe Zinsbulletin Oktober 2021) (06.10.2021/alc/a/a)