USA: Vorerst keine weitere Leitzinssenkung zu erwarten


05.11.19 11:45
Berenberg

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Der Oktober war ein goldener, so Dr. Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg in der aktuellen Ausgabe von "Berenberg Märkte-Monitor".

Risikobehaftete Anlageklassen hätten sich deutlich besser entwickelt als sichere Anlagen, die zum großen Teil sogar an Wert verloren hätten. Die Anleiherenditen seien nach oben geklettert und die Zinsstrukturkurve habe sich versteilert. Zykliker wie der DAX seien die großen Gewinner gewesen. Eine sinkende politische Unsicherheit, vor allem das Durchbrechen der Eskalationsspirale im Handelsstreit zwischen den USA und China und die abnehmende Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits, hätten auf eine defensive Positionierung vieler Marktteilnehmer getroffen. Eine bisher besser als erwartete Berichtssaison habe ebenfalls unterstützt. Damit die Rally (in den Zyklikern) allerdings anhalte, müssten sich die Wirtschaftsdaten verbessern, die bisher immer noch sehr gemischt ausfallen würden. Wir sind zwar in den letzten Wochen optimistischer geworden und fahren nun wieder eine neutrale Aktienquote, für ein Aktien-Übergewicht müssten sich die vorlaufenden Konjunkturdaten deutlicher aufhellen, so Dr. Bernd Meyer weiter.

Trotz der unerwarteten Absage des Klimagipfels in Chile, auf dem sich Trump und Xi Jingping hätten treffen wollen, würden sowohl China als auch die USA beabsichtigen, die Phase-1-Vereinbarung in den nächsten Wochen abzuschließen. Eine langfristige Lösung des Handelsstreits werde jedoch zumindest von China kritisch gesehen. Auf der Unternehmensseite ende die Q3-Berichtssaison im November. Bisher sei diese sowohl in Europa als auch in den USA besser als erwartet ausgefallen. Die FED habe am 30. Oktober die Leitzinsen weiter gesenkt, sich dabei aber eher falkenhaft gezeigt. In 2019 erwartet der Markt und auch wir daher keine weitere Zinssenkung mehr, so Dr. Bernd Meyer weiter.

In den nächsten zwei Wochen werde sich der Blick der Anleger auf die September Industrieproduktion (06.11.) und die ZEW-Wirtschaftserwartungen (12.11.) in Deutschland, die Zinsentscheidung der Bank of England (07.11.), das Verbrauchervertrauen in den USA (08.11.) und das Q3-Wirtschaftswachstum in Großbritannien (11.11.) richten. (Ausgabe vom 04.11.2019) (05.11.2019/alc/a/a)