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USA: Langfristige Inflationserwartungen des Marktes stabil bei 1,8%


02.11.20 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Für das abgelaufene Quartal (Q3) war eine rekordverdächtige US-BIP-Wachstumsrate allgemein erwartet worden und dies wurde mit annualisierten 33,1% p.q. (7,4% p.q.) auch erreicht, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Der Rebound habe dabei leicht die Konsenserwartung übertroffen. Damit habe das Niveau der Wirtschaftsleistung im abgelaufenen Quartal nur mehr rund 3,5% unter dem Niveau des vierten Quartals 2019 gelegen. Zwar stünden in den kommenden Tagen mit den ISM-Indices sowie dem Arbeitsmarktbericht zwei Datenhighlights auf dem Programm. Von größerer Relevanz sei jedoch sicherlich der Blick auf die Events dieser Woche. Hier zu nennen sei einerseits die am Mittwoch zu Ende gehende FOMC-Sitzung. Gemäß Sitzungsprotokoll hätten die Mitglieder im September die besser als erwartete Wirtschaftserholung betont. Angesichts des auch in den USA wenig erbaulichen Infektionsgeschehens dürfte zwar der robuste BIP-Rebound in Q3 anerkannt werden, gleichzeitig aber auf die Risiken für Q4 verwiesen und in diesem Zusammenhang die Forderung an die Politik nach weiteren Fiskalmaßnahmen ein weiteres Mal erneuert werden.

Der Washingtoner Politikbetrieb sei es dann auch, der in den kommenden Tagen zweifelsohne im Zentrum stehe. Denn am Dienstag stehe immerhin die Wahl des nächsten US-Präsidenten auf dem Programm. Umfragen zufolge führe der demokratische Herausforderer Joe Biden. Die letzte Wahl vor vier Jahren habe jedoch die Unverlässlichkeit solcher Vorabbefragungen gezeigt. Aufgrund des höheren Anteils an Briefwahlen könnte sich in diesem Jahr ein klarer Sieger erst später herauskristallisieren als noch 2016, als bereits gegen 08:30 mitteleuropäischer Zeit am Folgetag Trump als Gewinner ausgerufen worden sei.

US-Treasury-Renditen seien im Wochenverlauf aufgrund der wieder erhöhten weltweiten Infektionszahlen und damit verbundenen Unsicherheiten gefallen, dies sei vom Anstieg vom 29.10. jedoch wieder vollständig ausgeglichen worden und so befänden sich die Renditen wieder auf Wochenanfangsniveau. Auch die langfristigen Inflationserwartungen des Marktes seien stabil bei 1,8% geblieben (5J5J Forward). (Ausgabe vom 30.10.2020) (02.11.2020/alc/a/a)