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USA: Kerninflation in nächster Zeit gedämpft erwartet


17.11.20 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die US-Inflationsrate hat für dieses Jahr ihren Höchststand voraussichtlich im September bei 1,4% p.a. bereits erreicht, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Die monatliche Dynamik (saisonal bereinigt) sei seit Juli kontinuierlich zurückgegangen und habe im Oktober stagniert. Der Konsumentenpreisindex sei im Oktober um nur 0,04% p.m. beziehungsweise 0,01% p.m. im Falle der Kernrate gestiegen. Im Zuge dessen seien die Inflationsraten auf 1,2% p.a. beziehungsweise 1,6% p.a. zurückgegangen. Während die Inflationsdynamik in der ersten Jahreshälfte vorwiegend von den Energiepreisen getrieben worden sei, habe sich im Sommer die Kerninflation, und darin insbesondere Dienstleistungen, als treibende Kraft erwiesen. Nicht zuletzt aufgrund von ausgeprägten Basiseffekten aber auch aufgrund eines mittelfristigen Anstiegs des Ölpreises werde die Energiepreiskomponente die Inflationsrate auch in Zukunft prägen.

Im Jahr 2020 wird eine negative Energiepreis-Inflation die Inflationsrate dämpfen, während wir für die Jahre 2021 und 2022 einen positiven Beitrag der Energiepreise zur Inflationsrate unterstellen, so die Analysten der RBI. Aufgrund der konjunkturellen Schwächephase der nächsten Monate sowie der großen Unterauslastung der Wirtschaft sei es wahrscheinlich, dass die Kerninflation in nächster Zeit gedämpft bleibe und erst mit der sich verstärkenden Konjunkturerholung im Verlauf des Jahres 2021 steige. Der zugrunde liegende Inflationstrend, welcher von der Kerninflation reflektiert werde, bleibe nach Einschätzung der Analysten der RBI somit auch 2021 gedämpft, auch wenn inflationäre Effekte der Energiepreise die Gesamte-Inflationsrate heben würden. (17.11.2020/alc/a/a)