USA: Inflationsrate dürfte 2017 bei 2,1% liegen


05.12.17 08:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das US-BIP ist gemäß zwischenzeitlich veröffentlichter Daten im dritten Quartal um 0,8% und damit noch etwas stärker gewachsen, als die vorläufigen Daten signalisiert hatten, so die Analysten von Postbank Research.

Die US-Konjunktur habe dabei insbesondere von höheren Investitionen in Ausrüstungen profitiert, die darüber hinaus auch die zukünftige Wachstumsperspektive positiv erscheinen lassen würden. In die gleiche Richtung würden auch die bislang vorliegenden, harten Konjunkturdaten für das laufende Quartal deuten. So liege der Industrieausstoß aktuell bereits deutlich über seinem durchschnittlichen Niveau des Vorquartals. Der stetige Aufwärtstrend der Industrieaufträge (ex Transport) im bisherigen Jahresverlauf spreche zudem für gut gefüllte Auftragsbücher der Unternehmen und damit gegen eine zeitnahe Trendwende in der US-Industrie. Untermauert werde diese Einschätzung zusätzlich durch den ISM-Index - wenn auch angesichts des Rückgangs im Oktober nicht auf den ersten Blick. Der negative Rückprall dürfe aber nicht überbewertet werden, da der Index sich ungeachtet dessen immer noch im hochexpansiven Bereich bewege.

Eine wesentliche Wachstumsstütze der Konjunktur dürfte auch der private Verbrauch bleiben, für den sowohl harte (Einzelhandelsumsätze) als auch weiche Konjunkturindikatoren (Verbrauchervertrauen) weiteres Aufwärtspotenzial signalisieren würden. Vor diesem Hintergrund dürfte das US-BIP im vierten Quartal um solide 0,5% zulegen. Die Analysten würden für 2017 unverändert mit einem BIP-Wachstum in Höhe von 2,2% rechnen, das sich 2018 auf 2,4% beschleunigen sollte.

Angesichts des Hurrikan-bedingten, starken Benzinpreisanstiegs im September, der die Inflationsrate auf 2,2% gehievt habe, habe im Oktober vieles für einen negativen Rückprall gesprochen. Mit 2,0% habe die Teuerungsrate jedoch über den Erwartungen gelegen, was insbesondere auch einem Anstieg der Kerninflationsrate von 1,7% auf 1,8% zu verdanken gewesen sei. Im Gesamtjahr 2017 dürfte die Inflationsrate damit etwas höher als bislang von den Analysten erwartet bei 2,1% liegen und 2018 auf 2,3% anziehen. (Zinsen und Währungen Dezember 2017) (05.12.2017/alc/a/a)