USA: Inflation bei 2,2%, Kernrate bei 1,8% - FED darf behutsam agieren!


13.03.18 17:07
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Vor wenigen Minuten wurden vom Bureau of Labor Statistics aktuelle Zahlen zu den Konsumentenpreisen (CPI) in den USA bekannt gegeben, so die Analysten der Nord LB.

Demnach sei es im Februar zu einem Anstieg um 0,2% M/M gekommen. Die Jahresrate habe leicht auf 2,2% angezogen. Die Konsumentenpreise exklusive Nahrung und Energie hätten ebenfalls ein Plus von 0,2% M/M verzeichnet - die Jahresrate notiere bei unveränderten 1,8%.

Die Preisdaten seien wie erwartet ausgefallen. Nach dem deutlichen Plus im Januar bedeute der Anstieg im Februar, dass sich der Preisauftrieb zu Beginn des Jahres 2018 zwar tendenziell etwas beschleunigt habe, aber noch als moderat zu bezeichnen sei. Die gute Arbeitsmarktlage sorge für einen langsam zunehmenden Lohndruck, der in den Preisen weitergegeben werde. Auch der Ölpreisanstieg führe zu einem etwas stärkeren, inflationären Umfeld.

Beim Blick auf die heutigen Details falle auf, dass die Energiepreise im Februar nicht nochmals so deutlich wie im Januar zugelegt hätten. So hätten die Energiepreise um moderate 0,1% M/M angezogen (nach 3,0%) und die Transportkosten hätten stagniert (nach 1,8%). Diese Entwicklung sei also dem massiven Plus im Vormonat geschuldet. Wichtig bleibe festzuhalten, dass die Inflationsrate exklusive Nahrung und Energie mit 1,8% weiterhin als nicht kritisch anzusehen sei. Diese sogenannte Kernrate spiele für die Notenbanker im FOMC durchaus eine große Rolle.

Das generell erfreulich positive Konjunkturumfeld zusammen mit dem Anstieg der Inflation in einem Bereich oberhalb der wichtigen Marke von 2% würden die US-Notenbanker als Begründung heranziehen, auf der kommenden FOMC-Sitzung am 21. März eine weitere Leitzinsanhebung vorzunehmen. Im weiteren Verlauf des Jahres sollten dann noch mindestens zwei weitere Zinsschritte folgen. Darauf hätten auch die Äußerungen einzelner Notenbanker sowie die Hinweise im FOMC-Protokoll (Minutes) gedeutet. Die anhaltend niedrige Kernrate spreche für ein Abwarten im Herbst.

Allerdings wollten die Analysten auch insgesamt vier Hikes in 2018 nicht ganz ausschließen - die konjunkturelle Lage könnte es erlauben. Vieles werde davon abhängen, ob die neuen Zölle der USA Gegenmaßnahmen der Handelspartner provozieren würden. Das könnte im schlimmsten Fall in einen Handelskonflikt münden, der die Konjunktur gefährden würde. In diesem Falle müsste die Federal Reserve wohl von weiteren Leitzinsanhebungen Abstand nehmen - selbst wenn beiderseitige Zölle auch die Inflationsrate höher treibe.

Während die Renditen der Benchmarkanleihen zurückgegangen seien, habe der Dollar schwächer tendiert.

Die Konsumentenpreise in den USA seien im Februar um 0,2% M/M im Rahmen der Erwartungen gestiegen. Die Inflationsrate notiere bei etwas gestiegenen 2,2%. Die Kernrate habe bei 1,8% Y/Y stagniert, sodass die wichtige Marke von 2,0% nicht stärker in den Fokus rücke. Insgesamt würden die Argumente für die Federal Reserve reichen, auf der kommenden FOMC-Sitzung am 21. März zu handeln und die nächste Leitzinsanhebung vorzunehmen.

Für 2018 würden die Analysten mit insgesamt drei Rate Hikes rechnen - die anhaltend niedrige Kernrate unter 2,0% spreche für ein Abwarten im Herbst. Letztlich könnten angesichts der soliden Konjunktur und des Fiskalimpulses auch vier Zinsschritte nicht ganz ausgeschlossen werden. Die internationale Antwort auf die Zölle der US-Regierung könnte sowohl den Konjunktur- als auch den Inflationspfad und damit auch die geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve im weiteren Verlauf des Jahres durchaus mit beeinträchtigen. (13.03.2018/alc/a/a)