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USA: Höhere Kernrate erhöht Wahrscheinlichkeit für Rate Hike im März!


12.01.18 15:53
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Heute wurden vom Bureau of Labor Statistics aktuelle Zahlen zu den Konsumentenpreisen (CPI) in den USA bekannt gegeben, so die Analysten der Nord LB.

Demnach sei es im Dezember zu einem Anstieg um 0,1% M/M gekommen. Die Jahresrate sei leicht auf 2,1% zurückgegangen. Die Konsumentenpreise exklusive Nahrung und Energie hätten ein Plus von 0,3% M/M verzeichnet - hierbei habe die Jahresrate auf 1,8% angezogen.

Die Gesamtrate sei im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Die an den beiden Vortagen bereits veröffentlichten Zahlen zu den Import- und den Produzentenpreisen hätten angedeutet, dass wohl mit keinen zu starken Daten zu rechnen sei. Die tatsächlichen Bekanntgaben würden insofern in etwa diesen Indikationen entsprechen.

Die Inflationsrate gehe zurück, bleibe aber oberhalb der wichtigen Marke von 2,0%. Für den laufenden Monat Januar müsse dann jedoch wohl damit gerechnet werden, dass aufgrund von Basiseffekten die Inflationsrate diese Marke wieder unterschreiten werde (starker Januarwert aus 2017). Perspektivisch dürfte die Inflation dann wieder auf einen etwas höheren Pfad einschwenken. Hierfür würden der, angesichts der guten Arbeitsmarktlage, langsam zunehmende Lohndruck sowie die Ölpreisentwicklung sprechen.

Beim Blick auf die heutigen Details falle auf, dass insbesondere die energiepreisrelevanten Bereiche im Dezember größere Preisbewegungen nach unten aufgewiesen hätten. So seien die Energiepreise um 1,2% M/M und die Transportkosten um 0,2% M/M zurückgegangen. Deutlichere Zuwächse hätten dagegen die Bereiche Miete und Gesundheit verzeichnet. Das führe dazu, dass die Inflationsrate exklusive Nahrung und Energie auf 1,8% wieder leicht angestiegen sei. Diese so genannte Kernrate sei für die Notenbanker im FOMC von Relevanz.

Angesichts eines generell erfreulich positiven Konjunkturumfelds würden die US-Notenbanker weiterhin von einem langsamen, aber doch stetigen Anziehen des generellen Preisniveaus auszugehen haben. Nach Erachten der Analysten der Nord LB werden sie auf Sicht fahren und je nach Entwicklung reagieren. Vieles deute am aktuellen Rand darauf hin, dass die Federal Reserve im März bereits agieren werde. Dafür spreche am heutigen Tage auch das deutliche Anziehen der Kernrate um 0,3% M/M. In diesem Fall sollte im weiteren Verlauf des Jahres noch mindestens eine weitere Zinsanhebung folgen - wahrscheinlich sogar eher noch zwei. Ein hawkisher zusammengesetztes FOMC-Gremium, ein neuer sich noch zu beweisender FED-Präsident Jerome Powell sowie die zu erwartenden Auswirkungen der verabschiedeten Steuerreform der Regierung Trump würden mittlerweile durchaus für drei mögliche Rate Hikes in 2018 sprechen.

Während die Renditen der Benchmarkanleihen angezogen hätten, hätten die Daten den Dollar kaum tangiert.

Nach den bereits veröffentlichten schwachen Import- und Produzentenpreisen sei der nur geringe Anstieg der Konsumentenpreise keine ganz so große Überraschung. Mit einem Rückgang der Inflationsrate auf 2,1% habe gerechnet werden müssen - mit einem Anziehen der Kernrate (exklusive Nahrung und Energie) auf 1,8% dagegen eher nicht. Letzteres könne als leichte Überraschung aufgefasst werden. Dies könnte die Bereitschaft der FED, bald erneut zu agieren, erhöht haben. Aktuell sehe es nach einem weiteren Zinsschritt im März aus, was die Wahrscheinlichkeit für zwei weitere Rate Hikes noch in 2018 prinzipiell erhöhe. Insofern könnten am Jahresende 2018 durchaus drei Zinsanhebungen vorgenommen worden sein. (12.01.2018/alc/a/a)