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USA: Gute Nachrichten von der Teuerung?!


09.05.22 10:26
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Ukraine-Schock verhalf der US-Verbraucherpreisteuerung im März noch einmal zu einem Sprung auf 8,5%, getrieben von Nahrungsmittel- und Energiepreisen, so die Analysten der Helaba.

Im April habe sich zumindest bei Letzteren die Lage entspannt: Die Benzinpreise hätten im landesweiten Durchschnitt 2,5% unter dem Vormonat gelegen. Die Erdgaspreise seien auf der Großhandelsebene zwar höher als einen Monat zuvor gewesen, würden aber seit Mitte April nachgeben und für die privaten Haushalte in den USA eh eine untergeordnete Rolle spielen, da kaum mit Gas geheizt werde. Die Benchmarkpreise für Heizöl seien um knapp 3% gestiegen, nach einem Sprung von 24% gegenüber Vormonat im März. Insgesamt dürfte die Energiekomponente des Verbraucherpreisindex erstmals seit April 2021 wieder gefallen sein.

Dagegen sei der Preisauftrieb bei den Nahrungsmitteln wohl erhöht geblieben, wenn auch vielleicht nicht mehr ganz so hoch wie in den Vormonaten. Bei der Kernteuerung habe es schon im März eine erfreuliche Entspannung gegeben. Ohne Energie und Nahrungsmittel seien die Preise "nur" um 0,3% gestiegen. Die Experten hätten für den April eine ähnliche Entwicklung unterstellt. Damit würde der Gesamtindex deutlich weniger zulegen als in den vergangenen Monaten, vielleicht schwächer als in allen Monaten seit Ende 2020. Die Vorjahresrate dürfte - mithilfe von Basiseffekten - auf rund 8% fallen.

Dies sei allerdings immer noch astronomisch hoch und die Omen für eine kurzfristige, spürbare Entspannung beim unterliegenden Preisauftrieb stünden nicht gut: In China würden die Lockdowns Produktion und Logistik stören, in den USA selbst würden die aktuellen Einkaufsmanagerumfragen bestenfalls zarte Anzeichen einer Entspannung bei den Lieferproblemen zeigen. (Ausgabe vom 06.05.2022) (09.05.2022/alc/a/a)