Erweiterte Funktionen

USA: Geldpolitik tritt an die Seitenlinie - Fiskalpolitik ist nun gefragt


07.10.20 12:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Bei seinem Treffen am 18. September verarbeitete der Offenmarktausschuss der FED neue Prognosen für Inflation und Wirtschaftsentwicklung, so die Analysten von Postbank Research.

Infolgedessen erwarte eine große Mehrheit der Währungshüter keine Leitzinsänderung bis Ende 2023. Die Märkte würden diese frühestens für den Herbst 2024 einpreisen.

Die FED habe erneut betont, dass die Inflationsrate nunmehr im Durchschnitt über längere Zeiträume dem Zielwert von zwei Prozent entsprechen solle. Somit würden Perioden, in denen die Inflation unter dem Ziel liege, durch Perioden, in denen sie höher ausfalle, ausgeglichen. Konkretisiert worden sei dies durch mehrere FOMC-Mitglieder, die Inflationsraten um 2,5 Prozent herum für einen längeren Zeitraum tolerieren würden.

Zudem habe die FED wiederholt, sich noch stärker für die Beschäftigung und hier insbesondere für die unteren und mittleren Einkommen zu engagieren.

Im Zuge der aktuellen Konjunkturerholung seien die US-Inflationserwartungen über die nächsten zehn Jahre von ihrem Jahrestief von 0,5 Prozent Mitte März auf 1,9 Prozent gestiegen. Sie seien im Verlauf des Septembers aber wieder etwas zurückgekommen.

Bei einer fortgesetzten Erholung der US-Konjunktur könnte die Rendite 10-jähriger US-Treasuries von aktuell 0,77 Prozent (Stand: 06.10.2020) auf 0,90 Prozent in sechs Monaten ansteigen. (Ausgabe Oktober 2020) (07.10.2020/alc/a/a)