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USA: Fallende Renditen trotz guter Konjunktur und höherer Inflation


15.07.21 11:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Parallel zur beschleunigten Inflationsentwicklung zeigt sich die US-Wirtschaft derzeit in einer äußerst starken Verfassung, so die Experten von Union Investment.

Sinkende Corona-Zahlen und ein schneller Impffortschritt hätten umfangreiche Öffnungsschritte ermöglicht. Zusammen mit den kräftigen fiskalpolitischen Impulsen (Stichwort: Haushaltschecks) brumme die US-Konjunktur wie lange nicht. In solch einem Umfeld hätten US-Staatsanleihen eigentlich Kursverluste verkraften müssen. Doch weit gefehlt, die Papiere hätten sogar fester gezogen. Gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index hätten US-Staatsanleihen im Juni einen Zuwachs von 0,8 Prozent verzeichnet. Hierfür sei vor allem die US-Notenbank verantwortlich gewesen. In den letzten Wochen sei es der FED gelungen, die Marktteilnehmer zu beruhigen. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses seien dabei geschlossen aufgetreten und hätten die immer gleiche Botschaft wiederholt: Man befinde sich in einer Phase vorübergehend höherer Inflationsraten, die aber nicht von langer Dauer sei.

Mit den höheren Teuerungsraten habe auch eine Debatte begonnen, ob die FED zeitnah mit einer Reduzierung ihrer Anleihekäufe beginnen könnte. Zwar hätten die Währungshüter immer betont, dass man damit keine Eile habe und die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle spielen würde. Erst wenn dort ausreichend Fortschritte auszumachen seien, käme das Thema ernsthaft in Betracht. Dennoch sei die Verunsicherung am Markt lange Zeit hoch gewesen. Die jüngsten Arbeitsmarktberichte hätten den Notenbankern aber in die Karten gespielt und ihrem Argument, der Preisanstieg sei vorübergehend, wieder mehr Glaubwürdigkeit verschafft. So seien die Zahlen der neu geschaffenen Stellen im April und im Mai zwar durchaus solide ausgefallen, die Werte seien aber hinter den hohen Erwartungen der Analysten zurückgeblieben. Zuletzt sei der Chor der FED jedoch wieder vielstimmiger geworden. Einige Mitglieder sähen die Gefahr einer länger andauernden Phase mit steigenden Preisen und würden daher eine weniger expansive Geldpolitik fordern. Tendenziell dürfte der Renditeanstieg daher nur pausieren, sich dann aber fortsetzen, allerdings nicht mehr mit der Dynamik aus den ersten Monaten des Jahres. (Ausgabe vom 14.07.2021) (15.07.2021/alc/a/a)