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USA: FOMC wartet wie erwartet ab! Und wer wird zukünftiger FED-Präsident?


02.11.17 11:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Federal Reserve hatte es kommunikativ anzeigt und sie lieferte erneut entsprechend, so die Analysten der Nord LB.

Auf der gestrigen Notenbanksitzung sei keine Änderung bei den Leitzinsen vorgenommen worden. Die Reduzierung der Bilanzsumme werde wie im September entschieden fortgesetzt. Damit hätten sich keine Überraschungen ergeben.

Wie erwartet sei die FED Funds Target Rate unverändert in der Range zwischen 1,00% und 1,25% belassen worden. Die Entscheidung sei einstimmig gewesen. Wie üblich auf der ersten Sitzung eines Quartals habe es keine neuen Projektionen und keine Pressekonferenz mit Notenbankchefin Janet Yellen gegeben - insofern habe neben der (wenig spannenden) Zinsentscheidung allein das FOMC-Statement genauer analysiert werden können.

Aber auch in dem von den Notenbankern verfassten Bericht hätten sich keine Anhaltspunkte für mögliche veränderte Einschätzungen gefunden. So sei darauf hingewiesen worden, dass die Hurrikans zwar für gewisse Verzerrungen gesorgt hätten, den grundsätzlichen Aufwärtstrend der US-Wirtschaft aber nicht gefährden würden.

Als hawkishes Signal könne aufgefasst werden, dass das Wirtschaftswachstum als "solide" und nicht nur als "moderat" bezeichnet worden sei. Dies könne wohl als bedeutsamste Bestätigung aufgefasst werden, dass auf der kommenden FOMC-Sitzung am 14. Dezember mit einer Zinsanhebung gerechnet werden sollte. Die einzige markante "Neuerung" im Statement sei im Grunde gewesen, dass statt des bisherigen Vize-Präsidenten Stanley Fischer nun Randal Quarles im FOMC vertreten gewesen sei.

Trotz des tendenziell eher hawkishen Tenors sei der US-Dollar leicht unter Druck geraten und die Renditen der US-Treasuries seien marginal zurückgegangen. Die Aktienmärkte hätten sich unbeeindruckt gezeigt.

Das wahrscheinlichste Basisszenario der Analysten für die geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve in den kommenden Monaten bleibe unverändert eine dritte Zinsanhebung im Dezember. Für 2018 würden die Analysten zwei moderate Rate Hikes erwarten - vermutlich jeweils im Juni und im Dezember. Die Reduzierung der Bilanzsumme werde gemäß des im September vorgestellten Planes fortgesetzt.

Viel spannender als die gestrige Entscheidung zur FED Funds Target Rate sei ohnehin die Entscheidung Donald Trumps über die kommende Leitung der Notenbank. Der US-Präsident habe sich noch vor seiner morgen beginnenden Asien-Reise dazu äußern wollen - heute zur besten deutschen Tagesschauzeit um 20:00 Uhr (MEZ). Derzeit scheinen die beiden Kandidaten Jerome Powell und John Taylor die besten Karten für das wichtige Amt zu haben - Janet Yellen dürfte dagegen aus dem Rennen sein, so die Analysten der Nord LB.

Während Powell als bereits aktueller Governor im Board für eine gewisse Kontinuität nach Janet Yellen sprechen würde und als Zentralist im Gremium gelte, müsste Taylor wohl einen Hauch hawkisher eingeschätzt werden. Zudem seien bei letzterem einige Neuerungen denkbar. Die Entscheidung werde also auch Auswirkungen auf die zukünftig zu erwartende geldpolitische Ausrichtung haben (können).

Die Federal Reserve habe wie erwartet auf der gestrigen Sitzung keine Veränderung bei den Leitzinsen vorgenommen. Die Reduzierung der Bilanzsumme werde fortgesetzt. Das FOMC-Statement habe kaum Neuigkeiten enthalten. So würden die Analysten bei ihrem Szenario bleiben, dass die Federal Reserve im Dezember die dritte Leitzinsanhebung in diesem Jahr auf dann 1,50% umsetzen werde. In 2018 dürften nach derzeitigem Stand zwei weitere Zinsschritte folgen. Spannend werde es nun, wer heute von Donald Trump als zukünftiger FED-Präsident vorgeschlagen werde. Dies könnte durchaus Implikationen für die mittel- und langfristige geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve haben. (02.11.2017/alc/a/a)