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USA: FED vor Einstieg in den Zinserhöhungszyklus, folgt zeitnah Quantitative Tightening?


14.01.22 10:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Kurz bevor in den USA die Fallzahlen aufgrund der Omikron-Variante nach oben schossen, zeichneten die Einkaufsmanagerindices weiterhin ein sehr freundliches Bild der US-Konjunktur, so die Analysten von Postbank Research.

Für das Verarbeitende Gewerbe seien per Ende Dezember auf 57,7 Punkte (bzw. 58,7 für den ISM-Index) ermittelt worden, für den Dienstleistungssektor würden aktuelle 57,6 Punkte (bzw. 62 für den ISM-Index) ebenfalls ein solides Wachstum erwarten lassen.

Die Inflation habe sich im November weiter auf 6,8 Prozent erhöht, den höchsten Stand seit 40 Jahren. Auch die Kerninflation sei weiter angestiegen, auf zuletzt 4,9 Prozent. Neben der zunehmenden Belastungen durch die Omikron-Variante dürfte der Anstieg der Verbraucherpreise den Konsum belasten. Immerhin habe sich das Konsumentenvertrauen der University of Michigan im Dezember jedoch von 67,4 auf 70,6 Punkte erholt.

Da die US-Notenbank mittlerweile von anhaltend hoher Inflation über der Zielmarke ausgehe - obgleich die Raten im Jahresverlauf zurückgehend dürften - werde sie voraussichtlich im März das Anleihekaufprogramm beenden. Der Einstieg in den Zinserhöhungszyklus könnte dann zeitnah erfolgen.

Die Märkte würden ebenso wie die FED mit mindestens drei Leitzinserhöhungen 2022 rechnen. Spannend werde die Frage, ob die FED auch die Bilanzsumme verkleinern werde, indem fällige Anleihen nicht wieder reinvestiert würden. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries könnte von aktuell 1,71 Prozent (Stand: 12.01.2022) auf 2,40 Prozent in sechs Monaten ansteigen. (Ausgabe Zinsbulletin Januar 2022) (14.01.2022/alc/a/a)