Erweiterte Funktionen

USA: Erweist sich der jüngste Renditeanstieg als dauerhaft?


08.10.18 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Rendite amerikanischer Staatsanleihen stieg zuletzt merklich an, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Bei 10-jährigen Papieren habe die Rendite binnen Wochenfrist um 15 Basispunkte zugelegt. Mit 3,21% sei das höchste Niveau seit 2011 erreicht worden, bei 2-jährigen Papieren mit 2,89% sogar das höchste Niveau seit 2008.

Auslöser für den Renditesprung seien zum einen starke Konjunkturdaten gewesen - ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe auf zweithöchstem Niveau seit Datenerhebung - und zum anderen Äußerungen diverser FOMC-Mitglieder. FED-Präsident Powell habe bei einem Vortrag beispielsweise gesagt, die Notenbank könnte gezwungen sein, den Leitzins in einen Bereich anzuheben, in dem die Geldpolitik restriktiv auf die Konjunktur wirke. Fast noch wichtiger sei aber die Aussage von Charles Evans, dem Präsidenten der regionalen Notenbank von Chicago, gewesen. Evans, der sich bisher stets als hartgesottene geldpolitische "Taube" präsentiert habe und im nächsten Jahr im FOMC stimmberechtigt sein werde, habe sich dafür ausgesprochen, den Leitzins im aktuellen Tempo bis auf 3% oder 3,25% anzuheben. In Reaktion auf die "falkenhaften" Kommentare seien die Markterwartungen für das Leitzinshoch per Mitte 2020 gemäß der FED Funds Futures um 10 Basispunkte auf 2,95% gestiegen.

Die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass sich der jüngste Renditeanstieg als dauerhaft herausstellen werde. Die Konjunktur-, Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten würden sich in den nächsten Monaten nach Einschätzung der Analysten der RBI derart entwickeln, dass die US-Notenbank an der jetzt gewählten, recht aggressiven Rhetorik festhalten dürfte. (Ausgabe vom 05.10.2018) (08.10.2018/alc/a/a)