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USA: Erhöhte Staatsanleihe-Emissionen zur Finanzierung der Fiskalpakete


13.05.20 10:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das US-BIP ist im 1. Quartal in annualisierter Rechnung um 4,8 Prozent zum Vorquartal eingebrochen, so die Analysten von Postbank Research.

Der private Verbrauch sei um 7,6 Prozent gesunken, die Ausrüstungsinvestitionen seien sogar um 15,2 Prozent abgestürzt - kein guter Vorbote für die Konjunktur in den kommenden Monaten. Für 2020 rechne die Postbank mit einem BIP-Wachstum von -5,7 Prozent zum Vorjahr. 2021 werde ein Plus von 5,6 Prozent erwartet.

Am härtesten treffe die Corona-Pandemie den US-Arbeitsmarkt. Seit Mitte März hätten über 30 Millionen Personen angegeben, ihre Beschäftigung verloren zu haben. Die Arbeitslosenquote sei im März von 3,5 auf 4,4 Prozent gestiegen und im April auf 14,7 Prozent nach oben gesprungen. Die Arbeitslosenquote dürfte bis zum Jahresende im zweistelligen Bereich liegen.

Die FED drossele zwar derzeit ihre Staatsanleihekäufe auf rund 200 Milliarden USD pro Monat, könnte diese aber bei Marktverwerfungen wieder aufzustocken. Dies könnte notwendig werden, habe doch das US-Finanzministerium angekündigt, seine Emissionstätigkeit von Staatsschuldtiteln zur Finanzierung der Fiskalmaßnahmen in der Corona-Krise deutlich auszuweiten. Alleine für das 2. Quartal sei ein Volumen von knapp drei Billionen USD geplant, doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr.

Da die FED einen guten Teil des zusätzlichen Angebots absorbieren dürfte, sollte die Rendite zehnjähriger US-Treasuries (0,70 Prozent; Stand: 12.05.2020) auf Jahressicht nur moderat auf 0,90 Prozent steigen. (Ausgabe Zinsbulletin Mai 2020) (13.05.2020/alc/a/a)