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USA: Anstieg der Neuinfektionen sorgt für Unsicherheit


10.07.20 10:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Insgesamt stützen neue Daten die Erwartung einer V-förmigen Konjunkturerholung in den USA, so die Analysten von Postbank Research.

Gestützt durch staatliche Geldgeschenke (Stimulus Checks) hätten die nominalen Konsumausgaben im Mai um 8,2 Prozent zum Vormonat zugelegt. Gleichzeitig sei der Einkaufsmanagerindex im Juni wieder über die 50er Marke gesprungen und signalisiere damit Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe.

Der Anstieg der Neuinfektionen auf einen Rekordwert stelle ein erhebliches Rückschlagrisiko für die US-Wirtschaft dar. Allerdings sei der Anteil schwer Erkrankter niedriger als zu Beginn der Pandemie, weil es Fortschritte in der medikamentösen Behandlung der Infektion gebe und aktuell mehr junge Menschen betroffen seien. Zudem seien umfangreiche geld- und fiskalpolitische Hilfen in Kraft, um die ökonomischen Folgen der Krise abzufedern.

Die FED habe sich auf ihrer vergangenen Sitzung bzgl. der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung vorsichtig gezeigt und möchte am aktuellen Zinsniveau bis in das Jahr 2022 hinein festhalten. Die Regierung plane zusätzlich zu den bereits vorhandenen Fiskalpaketen ein Infrastrukturprogramm über 1,5 Billionen USD.

Angesichts einer anhaltend expansiven Geldpolitik und eines moderaten Preisdrucks würden die Zutaten für deutlich höhere Renditen fehlen. Die Analysten würden daher nur einen leichten Anstieg der Rendite 10-jähriger Papiere von aktuell 0,70 Prozent (Stand: 06.07.2020) auf 0,90 Prozent in einem Jahr erwarten, wenn sich die Konjunktur wie erwartet erhole. (Ausgabe Zinsbulletin Juli 2020) (10.07.2020/alc/a/a)