Erweiterte Funktionen

UK: Zentralbank prescht voran


14.01.22 11:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Stimmungsindikatoren im Vereinigten Königreich bewegen sich weiterhin im Expansionsbereich, zumindest im Verarbeitenden Gewerbe dabei auf hohem Niveau, nämlich bei 57,9 im Dezember, so die Analysten von Postbank Research.

Der Vormarsch der Omikron-Variante habe beim Dienstleistungsbereich jedoch für einen deutlichen Rückgang von 58,6 auf 53,2 Punkte gesorgt.

Die Unternehmen würden weiterhin von hohem Preisdruck berichten und auch auf der Konsumentenseite sei der Inflationsanstieg beträchtlich. Die Preise für Gas würden zweimal jährlich, demnächst im April, angepasst, sodass sich die gestiegenen Großhandelspreise erst mit Verzögerung niederschlagen würden. Die Inflation sei im November auf 5,1% nach 4,2% im Vormonat gestiegen. Die Bank of England selbst rechne mit einem Anstieg der Inflationsrate auf rund 6,0% im Frühjahr. Trotz möglicher nachteiliger Konjunkturfolgen der neuen Covid-19-Welle hätten die Währungshüter den Leitzins im Dezember von 0,1 auf 0,25 Prozent angehoben.

Die Märkte würden weitere Zinserhöhungen bis auf 1,0 Prozent für dieses Jahr einpreisen. Dies habe das Britische Pfund ebenso wie das Ausbleiben "harter" pandemiebedingter Restriktionen gestützt.

Im Anschluss an den ersten Zinsschritt sei die Rendite der zehnjährigen britischen Staatsanleihen von 0,70% auf aktuelle 1,13 Prozent geklettert (Stand: 12.01.2022). Auf Sicht von sechs Monaten könnten sie bis auf 1,43% ansteigen, falls die Bank of England im Frühjahr den erwarteten nächsten Zinsschritt vollziehe. (Ausgabe Zinsbulletin Januar 2022) (14.01.2022/alc/a/a)