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Türkische Zentralbank erwartet, dass Inflationsrate Ende 2021 unter 10,0% sinken wird


01.02.21 11:00
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Das Handelsbilanzdefizit der Türkei ist im Dezember etwas niedriger als im Vormonat ausgefallen, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Die Türkische Lira (TRY) habe nach der Datenveröffentlichung am Freitag aufgewertet und EUR/TRY sei auf knapp 8,81 gefallen. Damit sei die Lira gegenüber dem Euro am stärksten seit Ende September 2020. Beigetragen dazu habe sicher auch die Türkische Zentralbank (CBT), die einen Tag zuvor ihre Einschätzung zur Inflation veröffentlicht habe. Sie erwarte, dass die Inflationsrate (im Dezember +14,6%) noch einige Monate steigen werde, sich dann aber umkehren und Ende 2021 unter 10,0% sinken werde.

An der aktuell hohen Inflation seien die früher zu wenig restriktive Geldpolitik und die damit zusammenhängende massive Abwertung der Lira (bis November 2020) schuld. Das sei an der Produzentenpreisinflation ersichtlich, die im Dezember um 2 Prozentpunkte auf über 25,0% gestiegen sei. Wenn die CBT unter dem neuen Gouverneur Naci Ağbal wie versprochen restriktiv bleibe, könnte sich EUR/TRY dieses Jahr unter dem November-Hoch von 10,20 halten. Das Risiko, dass sie dem politischen Druck des Präsidenten Erdoğan nachgeben und die Zinsen vorzeitig senken werde, bleibe aber nach wie vor bestehen. (01.02.2021/alc/a/a)