Erweiterte Funktionen

Türkei: Zinskurve voraussichtlich bald steiler - Verbraucherpreise steigen langsamer


03.08.17 10:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Das Statistikamt der Türkei will heute die Daten zur Preisentwicklung im zurückliegenden Juli veröffentlichen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Im Berichtsmonat hätten sich voraussichtlich vor allem zwei Sondereffekte ausgewirkt: niedrigere Einfuhrzölle für Fleisch und Preiserhöhungen für Transportdienstleistungen in Istanbul. Im Monatsvergleich würden die Analysten von einem Rückgang der Ausgaben für Kalbfleisch um 7% und für Lebensmittel um 2% ausgehen. Für Transport hingegen würden die Analysten infolge der oben genannten Preisanpassungen für Transportdienstleistungen und höhere Benzinpreise ein Prozent mehr als im Juni veranschlagen. Nachdem die Verbraucherpreise im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat noch um 10,9% gestiegen seien, würden die Analysten nun mit einer Jahresrate von 9,4% rechnen.

Trotz der sich in den seit drei Monaten verlangsamenden Inflation habe die Zentralbank der Türkei ihre Leitzinsen jüngst unverändert belassen. Dennoch bleibe der Preisdruck in der Volkswirtschaft hoch: Wahrscheinlich liege auch der Juli-Wert mit einer Zunahme von 9,2% auf 9,3% zum fünften Mal in Folge oberhalb der Marke von 9%. Die Währungshüter möchten nach eigenem Bekunden weiter mit einer restriktiven Geldpolitik gegen Preisrisiken steuern. Die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt gehen jedoch davon aus, dass der von ihnen unterstellte, langsamere Inflationsanstieg auf 9,1% bis Ende 2017 mit nachlaufender Kernrate voraussichtlich das kurze Ende der Zinskurve belastet. Perspektivisch würden sie dadurch ein "bull steepening" erwarten. (03.08.2017/alc/a/a)